Leserfrage

Ausbildungskosten: Was können Studenten absetzen?

Studierende im Hörsaal: Ausgaben für den Laptop sind keine Werbungskosten. Foto: Imago

Ulrike R. aus Schwendi: Unser Sohn hat im Vorjahr sein Studium mit der Bachelorprüfung abgeschlossen. Da er auch schon sein erstes Geld verdient hat, möchte er nun eine Steuererklärung machen. Man liest immer wieder, dass auch Kosten des Studiums abgesetzt werden können. Was ist da jetzt genau möglich?

AKTIV: Kosten eines Erststudiums oder einer anderen Erstausbildung gelten als Sonderausgaben: 6.000 Euro pro Jahr können maximal geltend gemacht werden – allerdings nur, um die Steuerlast auf Einkünfte desselben Jahres zu senken.

Eventuell verbessert sich diese Rechtslage aber. Das hängt vom Verfassungsgericht ab, dem dazu diverse Verfahren vorliegen (unter anderem: 2 BvL 24/14).

„Aus unserer Sicht müssen Kosten der ersten Ausbildung nämlich als Werbungskosten gelten“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler, „und das würde einen großen Unterschied machen, weil dann ein Verlustvortrag in die Zukunft möglich wäre.“ Studierende könnten also bis zum Berufseinstieg ein gewaltiges steuerliches Minus ansammeln.

Klockes Tipp: Steuererklärung machen, Studienkosten als Werbungskosten in Anlage N eintragen. „Dort und im Anschreiben muss vermerkt werden, dass es sich um ein Erststudium handelt – der Steuerbescheid erhält dann einen entsprechenden Vorläufigkeitsvermerk, würde also bei einem positiven Gerichtsentscheid automatisch geändert.“

Nachteile könnten dadurch nicht entstehen, so Klocke. „Und man kann freiwillige Steuererklärungen noch für alle Jahre ab 2012 abgeben.“


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