Leserfrage

Arbeitszeit: Muss man plötzlich wechseln?

Typischer Teilzeit-Job: Einsatz im Supermarkt. Foto: DAPD

Mathilde S. aus Ingolstadt: Bin ich verpflichtet, nach 22 Jahren Vormittagsarbeit nun nachmittags zu arbeiten? Und das, obwohl meine Bitte um eine Erhöhung meiner Arbeitszeit um fünf Stunden in der Woche abgelehnt worden ist, kurze Zeit später aber neue Mitarbeiter eingestellt worden sind?

AKTIV: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, wie Michael Eckert betont, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Heidelberg und Mitglied im Vorstand des Deutschen Anwaltvereins.

Sind Lage und Dauer der Arbeitszeit im Vertrag festgeschrieben, ist das für beide Seiten zunächst einmal bindend. Eventuell gelten außerdem auch tarifliche Vorgaben.

„Ansonsten richtet sich die Verteilung der Arbeitszeit nach den dienstlichen Erfordernissen“, so Eckert. Auch wenn man lange vormittags gearbeitet hat, ist also bei betrieblichem Bedarf eine Verlagerung auf den Nachmittag denkbar. Allerdings müssen dabei die Interessen des Mitarbeiters berücksichtigt werden, wenn es zum Beispiel um Fragen der Kinderbetreuung geht. Daher muss gegebenenfalls eine Abwägung stattfinden: Welchen Kollegen belastet die nötige Nachmittagstätigkeit am wenigsten?

Eine Aufstockung der Arbeitszeit wiederum steht im Ermessen des Betriebs: Wenn eine bestimmte Zeit vereinbart ist, hat man keinen Anspruch darauf, mehr Stunden zu arbeiten. Stellt die Firma allerdings für gleichartige Tätigkeiten neue Kräfte ein, kann es laut Eckert Ausnahmen geben – so etwas müsste dann im Einzelfall geprüft werden.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang