Schnäppchen-Preise für die Reise

Wie man günstige Flüge findet

Stimmt die weitverbreitete Annahme, dass man einen Flug am besten ein halbes Jahr im Voraus bucht? Wo finde ich die billigsten Flüge? Hier gibt’s einige wertvolle Tipps fürs Suchen und Buchen.

Foto: Adobe Stock

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„Den einen, perfekten Zeitpunkt für das günstigste Flugticket gibt es nicht“, sagt Sandra Kraft, Pressesprecherin bei der Deutschen Lufthansa. Das ist nicht verwunderlich, denn die Preise steigen mit der Auslastung eines Fluges. Je voller der Flieger also wird, desto teurer werden die Tickets.

Im Umkehrschluss bedeutet das zumindest auf sehr beliebten Strecken: „Wer möglichst früh bucht, hat die besten Chancen auf ein Schnäppchen“, so die Lufthansa-Sprecherin. Das gilt sowohl für kurze als auch für lange Flugstrecken.

Flexibel fliegen zahlt sich aus

Auch, wer nicht an feste Flugzeiten gebunden ist, kann sparen: „So sollte man gerade den Beginn der Ferien für einen Flug vermeiden, wenn man das kann“, sagt Kraft. Denn dann ist die Nachfrage naturgemäß hoch, und die günstigen Tarife sind schnell ausgebucht. Und noch ein Tipp: Wer über Wochenendtage hinaus, also beispielsweise von Freitag bis Montag, verreisen kann, spart oft ebenfalls.

Allzu lange sollte man aber nicht warten, wenn man ein günstiges Angebot gefunden hat, denn die Preise können sich im Laufe kurzer Zeit auch verändern. Bei einem Selbsttest kostete ein Flug von Köln nach Riga mit Ryanair an einem Tag erst 30 Euro, nur ein paar Stunden später knapp 50 Euro und schon am nächsten Morgen unter 20 Euro.

Preise vergleichen leichter gemacht

Internetseiten wie Skyscanner sind eine gute Möglichkeit, um bei der Suche nach einem Flug einen Überblick zu bekommen – und gleichzeitig einen Preisalarm einzurichten, bei dem man darüber informiert wird, wenn es ein besonders günstiges Angebot für das gewünschte Ziel gibt.

Einen Überblick über die Preisunterschiede zwischen den Airlines gibt es online zum Beispiel auch bei Expedia, Fluege.de, Swoodoo, Kayak oder Google Flights. Bei einigen Plattformen kann man, wenn man ein Flugdatum eingibt, zusätzlich „flexible Reisedaten“ wählen.

Ähnliche Preisübersichten für mehrere Tage rund ums gewünschte Flugdatum gibt es zum Beispiel auch bei Easyjet. Bei Eurowings unterscheiden sich die Preise auch oft nach der Uhrzeit. Flüge außerhalb der Spitzenzeiten sind günstiger.

Aufgepasst beim Buchen

Allerdings muss speziell bei den Plattformen, die die Flüge mehrerer Gesellschaften zum Vergleichen anbieten, der angezeigte Preis nicht immer stimmen. Möglicherweise ist er bereits veraltet oder schlicht falsch.

Beispiel: Auf Google Flights liegt der Preisunterschied bei einem Flug von Köln nach Los Angeles zwischen dem 31. Januar und dem 5. Februar bei über 2.000 Euro. Im Test der Autorin Ende Januar stieg der Preis des günstigsten Fluges noch während der Buchung von 674 Euro auf 844 Euro. Das allerdings war im Vergleich zu vielen anderen Flügen noch immer günstig.

In diesem Fall lohnt es sich trotzdem, ganz genau hinzuschauen: Wer sich für einen der sehr günstigen Flüge entscheidet, hat nämlich oft lange Aufenthalte in anderen Städten: 17 Stunden in Istanbul oder 21 Stunden in Frankfurt verlängern die Reisezeit dann gewaltig. In diesen Fällen muss jeder für sich entscheiden, ob eine kürzere Reisezeit einen höheren Preis rechtfertigt.

Außerdem lohnt es sich, das Angebot auf einem Vergleichsportal immer auch mit dem zu vergleichen, was die Fluglinie selbst anbietet. Denn manchmal sind dort die Preise auch niedriger als beim Drittanbieter.

Nebenkosten beachten

Hat man den optimalen Flug gefunden, wird es nochmals spannend, denn viele Fluglinien bieten unterschiedliche Pakete an. So spart oft, wer nur mit Handgepäck fliegt. Die Lufthansa nennt diesen Tarif „Economy Light“, bei Iberia heißt er „Basic“. Wer Gepäck aufgeben will, einen Wunschplatz hat oder einen Snack an Bord möchte, zahlt mehr. Dann ist es ein Rechenexempel, welcher Tarif besser passt.

Beispiel: mit Germanwings von Düsseldorf nach Dresden. Der günstigste Hinflug kostete Ende Januar 2018 für Anfang des Folgemonats wegen eines Sonderangebots 29,99 Euro. Bucht man ein Gepäckstück dazu, das aufgegeben werden soll, kostet das rund 15 Euro mehr. Gesamtkosten für den Hinflug: etwa 45 Euro. Der nächsthöhere Tarif liegt bei 58,99 Euro. Dort wäre zwar das Gepäck bereits enthalten, man zahlt trotzdem etwa 14 Euro mehr. Dafür hat der Fluggast zusätzlich einen Snack und ein Getränk sowie den Wunschsitzplatz inklusive. Wer’s also ganz billig möchte, der bucht den Basic-Tarif plus Gepäckstück – wer etwas mehr Komfort wünscht, nimmt den Smart-Tarif.

Auch wenn es ums Bezahlen geht, sollte man genau hinschauen: Zwar darf seit Mitte Januar keine zusätzliche Gebühr mehr in Abhängigkeit vom Zahlmittel verlangt werden. Aber es halten sich noch nicht alle Flugticketverkäufer an diese Regelung. Sollte die Zusatzgebühr anfallen, nutzt man wenn möglich die Bezahlvariante, die am wenigsten kostet. Und außerdem gibt es die Möglichkeit, sich bei unter wettbewerbszentrale.de über den Anbieter zu beschweren.

Wann sich der Gang ins Reisebüro lohnt

Aber genau, weil die Nebenkosten oft so intransparent sind, kann es auch sinnvoll sein, ins Reisebüro zu gehen, um einen Flug zu buchen. Das gilt ganz speziell für diejenigen, die nur einmal im Jahr einen Flug buchen und mit den häufig marktschreierischen Onlineplattformen mit ihren vielen Zubuchmöglichkeiten überfordert sind.

„Das Reisebüro sucht außerdem die günstigsten Angebote heraus, wenn es um Gabelflüge oder Rundreisen mit dem Flieger geht“, sagt Kerstin Heinen vom Deutschen Reiseverband. „Bei solchen Buchungen brauchen oft auch die Flug-Experten unter den Kunden Hilfe.“

Auf dem Laufenden bleiben

Wer ständig auf der Jagd nach dem günstigsten Flug ist, sollte den Newsletter der bevorzugten Airline abonnieren. Dort werden regelmäßig günstige Aktionen vorgestellt oder Promo-Codes verteilt. Und dann heißt es: Schnell sein und buchen!


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