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Karriere bei Metall und Elektro

Vom Azubi zum Abteilungsleiter: Stauff-Mitarbeiter stieg zum Chef des Lagers auf

Fabian Lindemann hat mit gerade mal 30 Jahren eine starke Karriere hingelegt: Der ehemalige Azubi von Stauff ist in der Firma heute der Chef des riesigen Lagers – und damit Herr über 55.800 Behälter- und 10.348 Palettenplätze.

Fabian Lindemann im Logistikzentrum von Stauff: Er ist Herr über 55 800 Behälter- und 10 348 Palettenplätze. Foto: Moll

Fabian Lindemann im Logistikzentrum von Stauff: Er ist Herr über 55 800 Behälter- und 10 348 Palettenplätze. Foto: Moll

Die Firma fördert interne Karrieren: Ansprechpartner ist Personalreferent Niclas von Seidlitz (rechts). Foto: Moll

Die Firma fördert interne Karrieren: Ansprechpartner ist Personalreferent Niclas von Seidlitz (rechts). Foto: Moll

Stets ansprechbar: Der Abteilungschef im Gespräch mit Hasan Gürsen. Foto: Moll

Stets ansprechbar: Der Abteilungschef im Gespräch mit Hasan Gürsen. Foto: Moll

Neuenrade. Mehr als 40.000 verschiedene Produkte stapeln sich in den gigantischen Regalen: die klassischen Stauff-Schellen zum Befestigen von Rohren und Schläuchen, dazu Einfüllstutzen, Filter, Kugelhähne, Diagnosegeräte, Hydraulikzubehör und vieles mehr. Und Fabian Lindemann weiß genau, wo alles liegt. Oder wie man erfolgreich danach suchen kann.

Der 30-Jährige ist Herr über 55.800 Behälter- und 10.348 Palettenplätze im Logistikzentrum der Stauff-Gruppe in Neuenrade im Sauerland. 50 bis 60 Tonnen werden hier täglich in zwei Schichten umgeschlagen. „Das Lager gleicht oft einem Ameisenhaufen“, sagt Lindemann mit Blick auf Packplätze und hin und her düsende Gabelstapler. Doch das Gewusel hat Struktur und ist straff getaktet.

Schon mit 24 wurde Fabian Lindemann bei Stauff in Neuenrade Chef von 35 Mitarbeitern

Jeden Tag gehen Waren für Europa raus, montags kommen die Schiffscontainer für Übersee, donnerstags und freitags wird für die Luftfrachten kommissioniert. Alles läuft nach Plan, auch bei den Expressbestellungen. Und wenn nicht? Ruhe bewahren. Das sei das Wichtigste, meint der Mann mit dem Überblick, der auch in brenzligen Situationen immer was auf Lager hat.

Eine gute Portion Gelassenheit, aber auch die Lust, ständig dazuzulernen, brachte der damals 16-jährige Realschüler in die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bei Stauff mit. Dass er mit 24 Jahren zum Abteilungsleiter aufsteigt, Verantwortung für das vollautomatische Hochregallager und 35 Mitarbeiter trägt, hätte er sich nicht träumen lassen. Noch als Azubi baute er im britischen Sheffield das Automatiklager mit auf.

„Ich habe den Wareneingang betreut und die Kollegen beim SAP-Einstieg begleitet“, berichtet er von spannenden zehn Tagen, „mit gerade mal 18 Lenzen und motiviert bis in die Haarspitzen. Und dann sitzt man plötzlich abends mit der Eigentümerfamilie zusammen. Da isst man seine Pizza mit zittrigen Fingern.“

Auch sprachlich war es eine Herausforderung. „Mit Englisch konnte ich in der Schule nichts anfangen“, räumt Lindemann ein. Jetzt sei er nicht perfekt, aber die Scheu, zu sprechen, sei weg. Der englische Lagerleiter ist ein Freund geworden – auch das hat geholfen.

Bei Auslandseinsätzen in Großbritannien und in Australien gezeigt, was er draufhat

Nach der Ausbildung – mit hervorragendem Abschluss – folgten das Fachabi an der Abendschule, die halbjährige Meisterschule, ein weiterer Arbeitseinsatz in Sheffield und im schottischen Aberdeen und 2011 dann zweieinhalb Monate Australien, erst mit einem Freund auf Tour, dann drei Wochen als Praktikant bei Stauff Down Under.

Der Betrieb ermöglichte ihm die Auszeit, ein wichtiger Karriereschritt stand an: Abteilungsleiter und damit der Aufstieg vom Mitarbeiter zum Vorgesetzten. Aus Australien wieder zurück arbeitete Lindemann eineinhalb Jahre lang gemeinsam mit seinem Vorgänger – ein perfekter Übergang, denn dieser hatte 37 Jahre Stauff-Erfahrung. Die Geschäftsführung unterstützt solche Karrieren. „Wir haben ab Meisterebene ein Führungskräfteprogramm“, erklärt Personalreferent Niclas von Seidlitz. Da geht es auch um Menschenführung und Kommunikation.

Er habe da noch einiges gelernt, sagt Lindemann. Probleme mit den Kollegen gab es nicht: „Wir sind ein gutes Team hier.“ Den Azubis in der Abteilung will er seinen Spaß am Logistikberuf vermitteln. „Kisten packen ist sicher nicht das Spannendste, aber man muss eben sehen, was vorher und nachher passiert. Auf Schnelligkeit kommt es an, aber auch auf den reibungslosen Ablauf.“ Um den zu garantieren, packt er gerne selbst mit an, wenn Not am Mann ist. „Da bekomme ich dann auch mit, was die Kollegen leisten.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Die Anregung kam in der Berufsberatung. Ich hab mir den Job angeschaut, und er hat mir gefallen.

Was reizt Sie am meisten?

Auszubilden, meine Erfahrungen an die Jugendlichen weiterzugeben. Außerdem macht mir das Organisieren in kritischen Situationen und von Projekten Spaß.

Worauf kommt es an?

Man braucht Geduld, darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und muss immer klar bleiben.


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