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Lastesel für Riesen

Spezial-Fahrzeuge von Goldhofer transportieren große Teile für Windkraftanlagen

Kurvige Bergstrecken, enge Ortsdurchfahrten: Für Schwertransporte ist das Fahren jenseits der Autobahnen oft eine knifflige Sache. Goldhofer-Fahrzeuge haben dafür die passende Technik an Bord.

Das Rotorblatt steht fast senkrecht: Kein Problem bei Serpentinen-Wegen. Foto: Werk

Das Rotorblatt steht fast senkrecht: Kein Problem bei Serpentinen-Wegen. Foto: Werk

Extreme Last: Tonnenschwer und sperrig sind die Flügel. Foto: Werk

Extreme Last: Tonnenschwer und sperrig sind die Flügel. Foto: Werk

Memmingen. Sie gilt als eine der ertragreichsten Ökostrom-Arten: Windenergie. Moderne Anlagen sind inzwischen an die 200 Meter hoch. Aber wie kommen diese „Riesen“ in den Wald, auf die Kuppe oder auf den nächsten Berg?

Das kann die Firma Goldhofer (200 Millionen Euro Umsatz, 800 Mitarbeiter am Stammsitz in Memmingen und im Werk Ostfildern) beantworten. Sie ist Experte in Sachen Schwerlast- und Spezialtransporte und hat sogar eine eigene Abteilung, die sich seit vielen Jahren nur mit dem Thema Windkraft beschäftigt.

Fachmann dort ist Karlheinz Nagl. Er erklärt: „Goldhofer hat bereits im Jahr 2000 begonnen, einen Windtower-Adapter zum Transport der Turmsegmente zu entwickeln und zu bauen.“ Damals wurde bei 60 Tonnen Nutzlast begonnen, heute können die Fahrzeuge Turmsegmente mit bis zu 180 Tonnen aufnehmen.

Natürlich werden Windräder nicht am Stück transportiert. Aber selbst die Einzelteile sind 60 oder 70 Meter lang, tonnenschwer und extrem sperrig. Auf der Autobahn ist das oft kein Problem. Aber in Städten und Dörfern oder auf engen, kurvenreichen Waldwegen und Bergstraßen wird es haarig.

Der Schwertransporter nimmt den Flügel Huckepack

Der Star des Allgäuer Unternehmens ist die „FTV 500“: Das Fahrzeug nimmt den riesigen Flügel eines Windrads, neben dem ein geparkter Smart wie ein Spielzeugauto aussieht, huckepack. Es gilt in der Branche als das Nonplusultra, um Rotorblätter von A nach B zu bringen, weil es diese um bis zu 60 Grad hydraulisch aufrichten kann.

„Zudem kann es den Flügel um 360 Grad in der Achse drehen, damit bei starken Winden stets eine aerodynamische Position möglich ist“, sagt Nagl. Auf diese Weise spart man nicht nur Zeit und Geld, sondern tut auch der Natur etwas Gutes. Denn normalerweise sind großflächige Rodungen nötig, um die Komponenten einer Windkraftanlage durch einen Wald zu transportieren.

Die Wege müssen zum Teil bis auf 9 Meter verbreitert werden. Bei einem kürzlich gebauten Windpark in Verenafohren (Baden-Württemberg) genügte laut Goldhofer dank des Einsatzes der FTV 500 eine Rodungsbreite von 4,50 Metern. Und dass, obwohl das Terrain sehr kurvig und steil ist.


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