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Digitalisierung in der Textil-Industrie

So bereitet die Initiative „Textil vernetzt“ Mitarbeiter auf die Industrie 4.0 vor

Smarte Produktion, Assistenzsysteme, Sensortechnik: Mit praktischen Beispielen und Mitarbeiter-Workshops klären Experten über neue Techniken auf. Ziel: Die Digitalisierung am eigenen Arbeitsplatz als Chance begreifen.

Zeigen was geht: Kooperationspartner präsentieren ihre Praxisbeispiele. Foto: Textil vernetzt

Zeigen was geht: Kooperationspartner präsentieren ihre Praxisbeispiele. Foto: Textil vernetzt

Assistenzsysteme: Eine Datenbrille könnte bald Informationen sichtbar machen. Foto: Roth

Assistenzsysteme: Eine Datenbrille könnte bald Informationen sichtbar machen. Foto: Roth

Berlin. Maschinen, die miteinander kommunizieren, Mitarbeiter, die per Datenbrille oder Smartphone Anlagen kontrollieren und warten: Industrie 4.0 verändert zunehmend auch die Arbeitsplätze in vielen Textilunternehmen.

„Oft sind das derzeit aber noch digitale Insellösungen, die nur in einzelnen Abteilungen vorhanden sind“, schildert Anja Merker, Geschäftsführerin des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums „Textil vernetzt“, den derzeitigen Digitalisierungsgrad der Branche. Das soll sich zügig ändern – mithilfe der Initiative aus Berlin.

Seit einem Jahr auf Aufklärungsmission

Unter deren Dach arbeiten fünf Kooperationspartner seit einem Jahr zusammen, um die Textilbranche fit für die digitale Zukunft zu machen. Dazu gehören der Gesamtverband Textil + Mode in Berlin und Experten aus drei textilen Forschungsinstituten sowie ein vierter Partner, der am Beispiel smarter Sensorsysteme branchenübergreifende Einsatzmöglichkeiten demonstriert.

„Sie fungieren unter anderem als eine Taskforce und gehen auf Anfrage in Betriebe, um dort Potenziale zu heben“, erklärt Merker. Nach einem Jahr Arbeit steht meist fest:

Da kommen die Kompetenzpartner ins Spiel. Neben den Firmenbesuchen kümmert sich jeder von ihnen um ein spezielles Thema, dessen Ergebnisse an Praxisbeispielen präsentiert werden. So arbeitet etwa das Sächsische Textilforschungsinstitut in Chemnitz an Lösungen für die vernetzte Produktion.

Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung in Denkendorf (Baden-Württemberg) kümmern sich um digitales Engineering. Dort lassen sich etwa anhand eines virtuellen Mannequins Schnittmuster entwerfen, die in Zukunft direkt in die Produktion weitergeleitet werden können. Und die Hahn-Schickard-Gesellschaft in Stuttgart entwickelt smarte Sensorsysteme.  

Chancen zeigen, Bedenken entkräften

„Das alles nützt den Unternehmen aber nur, wenn die Mitarbeiter mitziehen“, sagt Merker. Deshalb hat „Textil vernetzt“ schon mehrere Workshops in Unternehmen organisiert. Dort können sich Mitarbeiter über digitale Lösungen informieren, Ideen loswerden und Bedenken äußern. Es gilt: Chancen des Wandels aufzuzeigen und Bedenken der Mitarbeiter zu entkräften.

Eine Aufgabe, die sich auch die Forscher des Instituts für Textiltechnik in Aachen gestellt haben – ein weiterer Kooperationspartner. Dort tüftelt man an digitalen Assistenzsystemen für Mitarbeiter, wie etwa Datenbrillen.

„In einem Jahr ist viel geschehen“, so Merker. Über 200 Veranstaltungen hat die Initiative organisiert. Und im kommenden Jahr startet eine Roadshow. Merker: „Wir werden mit mobilen Exponaten auf Tour gehen und auch Betriebe besuchen.“ Im April 2019 soll’s losgehen.                      


Bundesweite Initiative

  • „Textil vernetzt“ gehört zur Initiative „Mittelstand Digital“, die 2015 von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde.
  • In ihr arbeiten bundesweit 25 Kompetenzzentren, die Hilfestellung bei der Digitalisierung verschiedener Branchen geben sollen.
  • Ihre Aufgabe liegt im Informieren, Präsentieren, Qualifizieren und Umsetzen digitaler Themen. mittelstand-digital.de

Mehr zum Thema:

Datenbrillen, Tablets, sich selbst verbessernde Maschinen: An einer Produktionslinie im Kleinformat am Aachener DCC zeigen Ingenieure erfahrenen Webern und Maschinenführern, wie die textile Arbeitswelt von morgen aussieht.

In Zukunft kommuniziert die Webmaschine per Smartwatch oder Datenbrille mit ihrem Bediener. Wie kann man Mitarbeiter an diese neue Art des Arbeitens heranführen? Das untersucht das Projekt Soziotex an der RWTH Aachen.

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