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Arbeitskreis SchuleWirtschaft in der Metall-Industrie

Möhling in Altena bringt Draht in Form – für Fenster, Autositze und Skibindungen

Sie bewegen den Dreh-Kipp-Mechanismus im Fenster, blockieren beim Verschieben den Autositz, sorgen für den sicheren Halt der Skibindung: Das schaffen die Verbindungselemente von Möhling. Der Arbeitskreis SchuleWirtschaft war dort.

Abgewickelt: Draht von 0,5 bis 30 Millimeter Durchmesser findet Verwendung. Foto: HiGo

Abgewickelt: Draht von 0,5 bis 30 Millimeter Durchmesser findet Verwendung. Foto: HiGo

Anschaulich: An zahlreichen Beispielen erklärte Möhling-Ausbildungsleiter Thomas Sparenberg (links) dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft die einzelnen Produktionsschritte Foto:HiGo.

Anschaulich: An zahlreichen Beispielen erklärte Möhling-Ausbildungsleiter Thomas Sparenberg (links) dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft die einzelnen Produktionsschritte Foto:HiGo.

Kalt geformt: In vier Stufen wird aus dem Stück Draht (rechts) ein Spindelrohling (links). Foto: HiGo

Kalt geformt: In vier Stufen wird aus dem Stück Draht (rechts) ein Spindelrohling (links). Foto: HiGo

In Serie: 3,1 Milliarden Teile verlassen die Möhling-Werke im Jahr. Foto: HiGo

In Serie: 3,1 Milliarden Teile verlassen die Möhling-Werke im Jahr. Foto: HiGo

Altena. Am Anfang ist es ein einfaches Stück Draht, der bei Möhling von schier endlosen Rollen kommt. Am Ende hat es Ecken und Kanten, Rillen und Einkerbungen, ist gestreckt, gestaucht, abgeflacht – bei gleichem Volumen und Gewicht kaum wiederzuerkennen. Mächtige Presskräfte und präzise Werkzeuge stecken dahinter. Wie komplex das ist, konnte sich der Arbeitskreis SchuleWirtschaft des Märkischen Arbeitgeberverbands in dem Familienunternehmen anschauen.

In der Kaltumformung der 175 Jahre alten Firma entstehen sichere Verbindungen

Vor 175 Jahren begannen die Möhlings mit der Produktion von Ketten. Heute stellen die Spezialisten für Kaltumformung Verbindungselemente für die verschiedensten Branchen her. Sie bewegen den Dreh-Kipp-Mechanismus im Fenster, blockieren beim Verschieben den Autositz, sorgen für den sicheren Halt der Skibindung oder verbinden Messerklingen mit dem Schaft. 3,1 Milliarden Teile verlassen die fünf Standorte im Jahr, 720 Mitarbeiter (davon 432 in Altena) verarbeiten rund 20.000 Tonnen Material.

„Die Produktpalette ist weit gefächert“, erklärte Geschäftsführerin Britta Hölper: „Wir verarbeiten Draht von 0,5 bis 30 Millimeter Durchmesser. Vor allem der Bereich mit den kleinen Abmessungen ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen.“ Bedeutet: mehr Maschinen, mehr Mitarbeiter.

Für die kleinsten Teile brauchen die Mitarbeiter beim Einbau einen Zahnarztspiegel

Auf die warten abwechslungsreiche Aufgaben, wie Ausbildungsleiter Thomas Sparenberg am Beispiel der Industriemechaniker deutlich machte: „Die Werkzeuge für die Mehrstufenpressen bestehen aus bis zu 200 Einzelteilen. Für die kleinsten Teile brauchen die Mitarbeiter beim Einbau einen Zahnarztspiegel. Bei den größten klettern sie komplett in die Maschine.“

Vor Ort müssten sie entscheiden, was wie aufgebaut wird, und alles im Blick haben: „Es sind sehr komplexe Aufgaben, die Fantasie und dreidimensionales Denken erfordern.“

Viele Mitarbeiter haben im Betrieb gelernt. Derzeit bildet Möhling insgesamt 22 Industriekaufleute, Industriemechaniker für Betriebs- und Produktionstechnik, Mechatroniker, Werkzeugmechaniker und Fachinformatiker für Systemintegration aus.

Jetzt bildet Möhling auch zum Werkstoffprüfer und technischen Produktdesigner aus

In diesem Jahr kommen Werkstoffprüfer und technischer Produktdesigner dazu. Gute Kandidaten mit sozialer Kompetenz und Begeisterung für Technik und den Beruf seien aber immer schwerer zu finden, so Geschäftsführerin Hölper. Dabei wird einiges geboten: überbetriebliche Ausbildungsabschnitte, zusätzliche Hilfsangebote, Knigge-Seminar, Azubi-Meetings und Jahresfahrten.

Die Firma kümmert sich um die Gesundheit der Mitarbeiter und ist als familienfreundlich ausgezeichnet worden. „Ich habe schon Mitarbeiter in Rente geschickt, die noch mein Urgroßvater eingestellt hat. Andere gehören in vierter Generation zur Belegschaft“, sagt die Chefin. „Das verpflichtet.“


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