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Die Zukunft der Textil-Logistik

Mit automatisierten Prozessen wollen Fashion-Unternehmen ihre Ware schneller ausliefern

Das Fraunhofer Center für Textillogistik an der Hochschule Niederrhein forscht an Lieferprozessen für Mode-Unternehmen. Die werden zukünftig Roboter im Lager einsetzen, um Mitarbeiter zu unterstützen und Zeit zu sparen.

Kleider-Parade: Im Lager von Gerry Weber kreist die Ware hängend. Foto: Gerry Weber

Kleider-Parade: Im Lager von Gerry Weber kreist die Ware hängend. Foto: Gerry Weber

Erspart Laufwege: Roboter bringen Ware zu den Mitarbeitern. Foto: Arvato

Erspart Laufwege: Roboter bringen Ware zu den Mitarbeitern. Foto: Arvato

Professor Markus Muschkiet: "Logistik wird kleinteiliger." Foto: HS Niederrhein

Professor Markus Muschkiet: "Logistik wird kleinteiliger." Foto: HS Niederrhein

Mönchengladbach/Köln. Diese Zahl hat es in sich: 2017 kauften deutsche Verbraucher Textilien und Bekleidung für 66 Milliarden Euro, so der Handelsverband Textil in Köln.

„Logistisch ist das für die Unternehmen eine immense Herausforderung“, sagt Professor Markus Muschkiet.

Er leitet das neue Fraunhofer Center für Textillogistik (CTL), bestehend aus zwei Teams. Eines an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, das andere am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund. Der Fachmann sieht eine stetig zunehmende Bedeutung der Textillogistik.

Online-Handel macht Logistik kleinteiliger

Unter anderem durch den weiter steigenden Anteil des Online-Handels, über den jetzt schon 21 Prozent des Branchenumsatzes gemacht werden: „Das hat Konsequenzen für die Logistik. Sie wird immer kleinteiliger, und die Menge, die insgesamt bewegt werden muss, ist ohne technische Unterstützung nicht mehr zu handhaben.“ Die Lösung heißt Automatisierung. Kollege Roboter wird Standardarbeiten übernehmen, wie etwa georderte Ware zu Einpackstationen bringen.

Eine weitere Alternative: Taschensorter. Die sehen aus wie Kleidersäcke und kreisen an Schienensystemen. Ihr Inhalt ist via Sensor einem Auftrag zugeordnet. Das alles, um den Mitarbeitern lange Laufwege und Zeit zu sparen.

Automatisieren, weil Fachkräfte fehlen

Dass die Technik Arbeitsplätze ersetzt, hält Muschkiet für unwahrscheinlich: „Es wird derzeit automatisiert, weil die Fachkräfte fehlen, nicht ausschließlich um Kosten zu sparen.“ Nur so ließen sich die gestiegenen Kundenanforderungen, das rasante Wachstum und weitere Einflussfaktoren in der Textillogistik bewältigen.

Wie aktuell diese Themen sind, zeigen erste Anfragen an das Center. Sie reichen von der logistischen Prozessoptimierung bis zur Unterstützung bei der Entwicklung eines Textils, das mit Sensoren ausgestattet ist. Es soll im logistischen Umfeld eingesetzt werden.

Unterschiedliches Wissen verknüpfen

Hier liegt die Stärke des CTL: Es will das logistische Know-how des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik mit dem textilen Fachwissen der Hochschule Niederrhein verknüpfen.

Beide Teams arbeiten eng zusammen. So sollen sie unter dem Motto „Logistik für Textilien – Textilien für die Logistik“ einen Mehrwert für die Wirtschaft und in der Forschung schaffen. Muschkiet: „Eine solche Kooperation ist in Deutschland derzeit einzigartig.“

 

 


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