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Modernisieren am laufenden Band

Iserlohner Kaltwalzer Risse + Wilke investiert in Technik – und den Fachkräftenachwuchs

Risse + Wilke produziert in Iserlohn 140.000 Tonnen Kaltband im Jahr. Damit das so bleibt, modernisiert die Firma am laufenden Band. So wird das Familienunternehmen bald ein neues Vorwalzgerüst in Betrieb nehmen.

Alles im Blick: Marcel Herzfeld im Leitstand des Vorwalzgerüstes. Foto: Nougrigat

Alles im Blick: Marcel Herzfeld im Leitstand des Vorwalzgerüstes. Foto: Nougrigat

Einfühlsam: Patrick Bormann prüft eine Walze am Vorwalzgerüst. Foto: Nougrigat

Einfühlsam: Patrick Bormann prüft eine Walze am Vorwalzgerüst. Foto: Nougrigat

Produktion: Jahr für Jahr verlassen 140.000 Tonnen Kaltband das Werk in Iserlohn. Foto: Nougrigat

Produktion: Jahr für Jahr verlassen 140.000 Tonnen Kaltband das Werk in Iserlohn. Foto: Nougrigat

Sicher ist sicher: Fest verzurrt tritt dias Band den Weg zur Kundschaft an. Foto: Nougrigat

Sicher ist sicher: Fest verzurrt tritt dias Band den Weg zur Kundschaft an. Foto: Nougrigat

Iserlohn. Bildschirme mit bunten Bildern, zig Reihen Knöpfe und Regler: „Hightech in der Old Economy“, nennt Jörg Lohölter leicht ironisch den Leitstand des Vorwalzgerüsts. Er leitet gemeinsam mit Kai Wilke das Iserlohner Unternehmen Risse + Wilke.

Unter gewaltigem Druck walzt die Anlage Stahlbänder dünn. Im Leitstand wacht Marcel Herzfeld darüber, dass sie alles richtig macht. Die bunten Grafiken zeigen ihm die Position des Bandes, die Planlage, die Geometrie und Toleranzen bei der Dicke.

Herzfeld ist seit 17 Jahren bei dem Familienunternehmen. „Mein Vater und mein Bruder arbeiten hier“, sagt er: „Da hat es sich ziemlich schnell ergeben, dass ich hier Walzer werde.“

Beim vergüteten Bandstahl ist das Familienunternehmen Risse + Wilke Weltmarktführer

Die Firma, die am Standort 380 Mitarbeiter hat, produziert 140.000 Tonnen Kaltband im Jahr. So heißen die Stahlbänder, die zu Ringen gewickelt das Werk verlassen. Beim vergüteten Bandstahl ist der Betrieb sogar Weltmarktführer. Meist handelt es sich um Spezialentwicklungen nach Kundenwunsch: Sie dürfen etwas teurer sein als Standardware aus Warmband oder Spaltband. „Wir sind die Apotheke, die auf Rezept ein Medikament zusammenmixt“, scherzt Lohölter.

Ohne Kaltband keine Sitzschienen, Kreissägen, Schlüssel, Scharniere und Locher

„Ohne Kaltwalzer wie wir fährt kein Auto und sägt keine Säge“, betont er. Ob Sitzschienen, Sicherheitsgurtlasche, Bügeleisensohle, Kreisssäge, Schlüssel, Scharnier, Locher: Ohne Kaltband öffnet keine Tür, werden keine Hemden glatt und keine Akten abgeheftet.

Damit es so bleibt, modernisiert die Firma am laufenden Band. Ein neues Vorwalzgerüst wird bald in Betrieb genommen, um den Stahl mit noch mehr Präzision bearbeiten zu können. Lohölter: „Wir stecken jedes Jahr große Summen in unseren Maschinenpark, damit kein Investitionsstau entsteht.“

Die Iserlohner investieren aber auch in Menschen. Fast alle Fachkräfte sind Eigengewächse, und wie die Familie Herzfeld arbeiten etliche seit Generationen bei Risse + Wilke. Jährlich stellt das Unternehmen acht Azubis ein, nach Abschluss ist ihnen der Arbeitsplatz sicher.

Fitnessstudio, Gesundheitscheck, Beratung vom Psychologen

Alle Mitarbeiter können im Fitnessstudio trainieren, sich kostenlos vom Arzt durchchecken, vom Psychologen beraten oder demnächt vom Sozialverband bei Problemen helfen lassen. Kein Wunder, dass sie gern in die Firma kommen, aber auch gern bleiben. Lohölter: „Wir fangen erst bei 35 Jahren Be- triebszugehörigkeit an, die Jubiläen zu zählen.“


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