RSS Feed abonnieren
Feedback senden

Innovatives für die Backwaren-Industrie

Bäckereimaschinen von Fritsch können Hörnchen wickeln und Brezeln knoten

1956 mussten Bäcker noch kurbeln, heute läuft alles vollautomatisch: Mit der Teigrollmaschine „Rollfix“ eroberte das Familienunternehmen Fritsch die Backstuben. Heute beliefern die Unterfranken Bäckereikunden weltweit.

Anna-Maria Fritsch gehört der vierten Generation an, die den Bäckereimaschinenbauer in Unterfranken führt. Foto: Karmann

Anna-Maria Fritsch gehört der vierten Generation an, die den Bäckereimaschinenbauer in Unterfranken führt. Foto: Karmann

Blitzschnell wickelt die Maschine von Fritsch ein Hörnchen rund. Foto: Werk

Blitzschnell wickelt die Maschine von Fritsch ein Hörnchen rund. Foto: Werk

Die neuste Generation der Bäckereimaschinen schafft bis zu 20.000 akkurat geknoteter Brezel pro Stunde. Foto: Werk

Die neuste Generation der Bäckereimaschinen schafft bis zu 20.000 akkurat geknoteter Brezel pro Stunde. Foto: Werk

Markt Einersheim. Wer das Bäckerhandwerk lernt, merkt schnell, wie schwer das ist: den richtigen Knick fürs Frühstückshörnchen hinzubekommen. Oder den Teig so zu schlingen, dass er eine Brezel formt.

Auch für die industrielle Fertigung von Backwaren ist das eine Herausforderung. Der Bäckereimaschinenhersteller Fritsch aus Markt Einersheim hat allerdings den Kniff raus: Seit 2012 sorgt ein Robotersystem für die Biegung der Hörnchen. Und mit dem jüngsten Modell des „Multitwist“ purzeln mittlerweile pro Stunde bis zu 20.000 akkurat geknotete Brezeln vom Band.

80 Prozent der Bäckereimaschinen gehen in ferne Länder – sogar bis nach Neuseeland

Den Weltmarkt für solche Spezialmaschinen teilt sich das Familienunternehmen aus Unterfranken mit wenigen anderen Herstellern. Ein stabiles Geschäft, sagt Anna-Maria Fritsch: „Gegessen wird auch in Krisenzeiten.“ Anna-Maria Fritsch ist zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Geschwistern Gesellschafterin des Maschinenbauunternehmens. Damit führt die vierte Generation das Geschäft fort, das der Urgroßvater vor mehr als 90 Jahren in Wiese (heute Tschechische Republik) gegründet hat. Damals ging es noch um Landmaschinen.

1948, nach dem Krieg, zog die Firma nach Markt Einersheim. Über die Produktion von Mohnmühlen gelangte das Unternehmen 1956 zur Herstellung der ersten Teigausrollmaschine. Noch heute produzieren die Unterfranken Maschinen für alle Größenklassen: von kleinen Teigrollmaschinen für Handwerksbetriebe bis hin zu Riesenanlagen für Großbäckereien.

Die können alles: von der vollautomatischen Teigbandherstellung bis zur gewünschten Gebäckform – egal ob Brot, Croissants, geschlungene Zöpfe oder Plunderteilchen.

Der Trend gehe zu hoher Flexibilität: „Die Kunden wollen auf Ernährungstrends schnell reagieren.“ Entsprechend modular müssen Maschinen sein.

450 der 600 Mitarbeiter beschäftigt Fritsch in Unterfranken, wo die Anlagen mit hoher Fertigungstiefe entstehen. Etwa 20 Prozent der Kunden sitzen im deutschsprachigen Raum, der Rest geht ins Ausland, auch die USA und Neuseeland sind dabei. Potenzial sieht Fritsch in Asien – einer Region, die klassisch wenig Backwaren kennt. „Die westliche Ernährungsweise nimmt dort aber auch zu“, sagt die Marketing-Expertin.

Wer die Hörnchenwickler testen will, bringt oft eigene Backzutaten ins Testcenter mit

Fast jede Anlage entsteht im Kundenauftrag. „Wir gehen vom Endprodukt aus und gestalten die Maschine entsprechend.“ Zum Probebacken im Technology-Center bringen die Interessenten meist eigene Zutaten mit. Das ist entscheidend, um das Backergebnis zu testen: „Allein die Mehlqualität ist je nach Land unterschiedlich“, sagt Anna-Maria Fritsch.


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zum Anfang