Traumjob Ingenieurin

Zwei Frauen beim Autozulieferer Mann + Hummel erzählen aus ihrem Alltag

Ludwigsburg. Maschinen, wo man hinschaut. Und Männer: Auf Gabelstaplern, an den Anlagen. Marina Klooz streicht sich die Haare zurück, spricht einen Kollegen an: Wie läuft die Produktion des Ölmoduls? Die 30-Jährige ist beim Automobil-Zulieferer Mann + Hummel in Ludwigsburg verantwortlich für die technische Planung von Flüssigkeitsfiltern. Eine Chefin von sechs Männern.

„Das Spannendste an meinem Beruf“, sagt die Gruppenleiterin, „ist, dass man das Ergebnis seiner Arbeit sieht.“ Mit ihrem Team sorgt die Wirtschaftsingenieurin dafür, dass ein Produkt in Serie gehen kann. Sie beschafft die Maschinen, plant den gesamten Produktionsprozess. Bis das Produkt vom Band läuft – dann spürt sie immer wieder ein Kribbeln. Wenn sie in ihrer Freizeit an bestimmten Automodellen vorbeiläuft, sagt sie manchmal: „Da ist ein Filter von uns drin!“ Sie lacht: „Und ich weiß dann ganz genau, wie er produziert wird.“

Ingenieurin, dieser Beruf ist nicht sehr beliebt bei Frauen. Nur 23 Prozent der Absolventen sind weiblich. Dabei sind Ingenieure gefragt, und Unternehmen bieten ihnen erstklassige Arbeitsbedingungen.

So auch der Filterspezialist Mann + Hummel: Er versorgt Automobil- und Maschinenhersteller in der ganzen Welt mit Luft- und Flüssigkeitsfiltern, beschäftigt auf dem ganzen Globus 16.000 Mitarbeiter, rund 1.900 in Ludwigsburg. Hier wird gezielt der weibliche Nachwuchs gefördert. „Wir wollen Hemmschwellen und Vorurteile abbauen“, sagt Sprecher Patrick Löffel.

Ein wichtiges Thema für viele Frauen, aber auch Männer, sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Wir vermitteln zum Beispiel Krippenplätze und veranstalten Ferienprogramme für Mitarbeiterkinder“, zählt Löffel auf. „Außerdem bieten wir flexible Arbeitszeiten, auch in der Produktion.“

Der Ingenieurin Hedwig Schick (42) hat die Gleitzeitregelung sehr geholfen, als ihre Kinder noch klein waren. Sie ist inzwischen seit 15 Jahren bei Mann + Hummel und daran gewöhnt, von Männern umgeben zu sein: „Die Zusammenarbeit ist meistens angenehm, sachlich und respektvoll“, erzählt sie.

Im Maschinenbaustudium waren in ihrem Jahrgang 15 Prozent Frauen. „Als ich mit zwei anderen Blondinen im Blaumann im Praktikum war, ernteten wir schon mal ein Augenzwinkern. Aber das war eher ein anerkennendes Staunen als eine Abwertung.“

Ingenieurin ist sie geworden, weil sie einen sicheren, stabilen Beruf wollte und technikbegeistert ist. „Das war genau der richtige Weg“, sagt sie. Jahrelang hat sie an Innovationen getüftelt, die die Motoren der Zukunft leistungsstärker machen.

Schick ist Expertin für die Thermodynamik im Ansaugsystem. Jetzt begleitet sie ein paar dieser Produkte in die Serienfertigung. Und schwärmt: „Das ist ein tolles Gefühl!“


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