Menschen

Zusammengeschweißt


Duo mit Durchblick: Joseph Fleckinger (links), Spezialist für Helium- und Wasserstoff-Anlagen, und Konstrukteur Hubert Lachenwitzer arbeiten gemeinsam an Großprojekten. Foto: Bodmer

Diese beiden Mitarbeiter von Linde Engineering sind ein eingespieltes Team

Schalchen. Was gibt 17 plus 37? Antwort: Mehr als ein halbes Jahrhundert Erfahrung – in Berufsjahren bei Linde Engineering gezählt. Hubert Lachenwitzer (33) begann vor 17 Jahren als Anlagenmechaniker im Unternehmen, sein Kollege Joseph Fleckinger (52) arbeitet seit fast vier Jahrzehnten dort.

Ob es um Stickstofftanks, Kühlboxen oder Wärmetauscher geht, die beiden Mitarbeiter des Werks Schalchen in Oberbayern haben gemeinsam viele Projekte gestemmt. Immer mal wieder sind sie im Einsatz auf Baustellen in aller Welt.

Zeichnen und Planen gehen Hand in Hand

Lachenwitzer ist Konstrukteur, Fleckinger Projektleiter. Sie betreuen zwei Seiten einer Sache: Technik und Organisation. „Das kann man nicht trennen“, betonen sie.

Der technische Teil ist Aufgabe von Lachenwitzer. Er zeichnet und konstruiert die Bauteile. Den organisatorischen Part übernimmt Fleckinger. Er plant die einzelnen Arbeitsschritte, kalkuliert die Kosten und behält die Termine im Blick.

Für beide begann die Karriere in der Lehrwerkstatt von Linde. Der Chiemgauer Lachenwitzer machte dort seine Ausbildung – und schloss sie als bester deutscher Anlagenmechaniker ab. Bevor er eine Auszeit für sein Technikstudium nahm, montierte er Anlagen, beispielsweise eine Neutronenquelle am Reaktor Garching bei München.

„Ich kann mich an jede Typnummer erinnern, sagt Joseph Fleckinger, der damals für die Fertigung der Teile zuständig war. Das war der erste Kontakt von Hubert und Sepp, wie sich die beiden nennen.

Oft vergehen nur wenige Monate zwischen dem ersten Zeichenstrich und der Auslieferung an den Kunden. Da bleibt keine Zeit für lange Diskussionen. Gut, wenn man sich da ohne viele Worte  versteht.

Lachenwitzer und Fleckinger sitzen sich am Schreibtisch gegenüber und bilden auch an ihrem zweiten Arbeitsplatz in der Werkhalle ein gutes Team.

Nicht nur ihre Zusatzausbildung als Schweißer hält sie zusammen. Das „Dreamteam“ trat auch schon gemeinsam in einem Werbefilm von Linde auf.

„Jeder denkt für den anderen mit“

Ihr Rezept, damit die Zusammenarbeit reibungslos klappt: „Frei raus reden und nicht hinten herum“, so Fleckinger, der bereits Huberts Vater kannte.

Lachenwitzer ergänzt: „Das Wort ‚Problem‘ gibt es für uns nicht, wir überlegen gemeinsam, wie wir Stolpersteine aus dem Weg schaffen. Jeder denkt für den anderen mit.“

Weil sich beide so gut ergänzen, legte Linde kurz vor Weihnachten ein Spezialprojekt in ihre Hände: den Bau einer Luftzerlegungsanlage. In einer Testsäule werden darin „Packungen“ – Einbauten aus gewellten Blechen – aus dem Schwesterwerk in China auf ihre Qualität überprüft.

Der Druck ist hoch, denn sie haben nur vier Monate Zeit. Im fliegenden Wechsel übergaben sich die beiden den Stab, als neben Lachenwitzers Familienurlaub noch Fleckingers Kur in der heißen Projektphase dazwischen kam.

Doch selbst solche Situationen haben die beiden im Griff. „Was zählt ist, dass wir uns vertragen“, so Fleckinger. „Projekte sind vergänglich, der Mensch bleibt.“ Wenn‘s brennt, ist er für seinen Kollegen zur Stelle. Schließlich war er nicht umsonst bis zu seinem 50. Geburtstag bei der Werkfeuerwehr.

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Lachenwitzer: Technik hat mich schon früh interessiert. Außerdem war auch mein Vater bei Linde.

Fleckinger: Dank meines handwerklichen Geschicks und natürlich der Nähe zum Arbeitsort.

Was gefällt Ihnen besonders?

Lachenwitzer: Dass meine Arbeit so vielseitig ist. Sie reicht von der Konstruktion bis zur Erprobung und dem Einsatz auf Baustellen.

Fleckinger: Wir stellen interessante Produkte her und sind in der Forschung vorn. Ich kann viel ausprobieren. 

Worauf kommt es an?

Lachenwitzer: Als Konstrukteur muss man immer offen sein für Neues.

Fleckinger: Ein Projektleiter braucht Rückgrat. Er muss mit Kritik umgehen können und menschlich bleiben.

 

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