Investitionen

Zupacken statt Zaudern


Wie der Pumpenhersteller Wepuko die Krise bewältigt

Metzingen. Kreditklemme? Bei der Firma Wepuko-Hydraulik in Metzingen sieht man das Problem gelassen. Eine gute Eigenkapitalbasis und eine Portion Optimismus sorgen dafür, dass der Hersteller von Hochdruckpumpen und hydraulischen Pressen weiter munter investiert.

Bei einigen seiner Kunden ist das anders. Da liegen Bestellungen auf Eis. Unter anderem deshalb verzeichnet Wepuko seit Beginn der Krise einen Auftragsrückgang um 25 Prozent. „Das ist mehr als erwartet“, sagt Firmenchef Michael Pahnke.

Mehr bieten, schneller liefern

Trotzdem ist er zuversichtlich. Der Grund: Sein Betrieb ist durch die große Nachfrage des vergangenen Jahres immer noch ausgelastet. Und die Pumpen sind in vielen Einsatzbereichen nach wie vor gefragt. Sie sorgen beispielsweise auf Schiffen und Bohrinseln, in der Stahlproduktion und in der chemischen Industrie für den nötigen Druck.

An den Investitionen wird daher in Metzingen nicht gespart. Etwa eine halbe Million Euro gibt das Unternehmen jährlich aus – in den letzten zwei Jahren war die Investitionssumme sogar noch viel höher, weil zwei größere Bauprojekte anstanden, die sich Wepuko 2 Millionen Euro kosten ließ.

In diesem Jahr fließen zum Beispiel rund 250.000 Euro in einen größeren Prüfstand. Den braucht das Unternehmen für neue Produkte: „Wir wollen künftig noch größere Pumpen anbieten und die auch schneller liefern können“, erklärt Pahnke. Zugleich senkt die Investition die Produktionskosten: Es wird ein neues System zur Rückgewinnung der Energie eingesetzt.

Ingenieure haben Zeit für Innovationen

Auch in Sachen Innovationen macht Wepuko weiter Druck. „Wir forcieren unsere Entwicklungsarbeit auch unter Einsatz von hochmoderner Simulations-Software“, erzählt Pahnke. Das sei in der Krise sogar einfacher geworden. Denn die Ingenieure haben jetzt mehr Zeit.

Die Krise werde nicht lange anhalten, so Pahnkes Meinung. Denn besonders in den aufstrebenden Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China wollten die Menschen ihren eben gewonnenen bescheidenen Wohlstand weiter verbessern. „Das sorgt für Druck auf die Politik.“

Der Unternehmer, der den Umsatz von 25 Millionen Euro zu mehr als 70 Prozent im Ausland macht, schätzt die Lage so ein: „China ist durch die Krise. In Indien merken wir gar nichts davon. Nur Russland ist wegen der gefallenen Energiepreise stärker betroffen.“

Seine 130 Mitarbeiter will Pahnke halten – auch die 20, die in den letzten drei Jahren dazugekommen sind. Und was ist mit Azubis? Pahnke: „Auch da lassen wir nicht nach.“ Im Herbst stellt er wieder drei Auszubildende ein.

Joachim Sigel

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