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Zündende Ideen: Damit der Funke nicht überspringt


Der Explosionsschutz-Spezialist R. Stahl liefert Sicherheit auch nach Asien und in die USA

 

 

Waldenburg. Ruhig gleitet der Riesentanker durchs Wasser. Doch der Schein trügt. Denn seine Tanks sind gefüllt mit einem hochexplosiven Stoff – mit Gas. Wenn jetzt ein Funke aus den elektrischen Anlagen des Schiffes überspringt, kommt es zur Katastrophe. Dies zu verhindern, ist das Geschäft von R. Stahl mit Hauptsitz im hohenloheschen Waldenburg.

 

 

 

Das Unternehmen bietet seinen Kunden aus den Branchen Öl und Gas, Chemie, Pharma, Schiffsbau, Gefahrgüter sowie Energie- und Umwelttechnik alles, was zum Schutz vor Explosionen notwendig ist.

 

 

 

Das können spezielle Schalter sein, Leuchtmelder, Schaltschränke und immer öfter auch komplette Lösungen. „Wir haben uns zum Systemanbieter entwickelt“, erklärt der Technikvorstand Peter Völker. Das wird an der Umsatzentwicklung deutlich. Der Anteil von Systemlösungen am Gruppenumsatz stieg in den vergangenen sechs Jahren von 30 auf über 50 Prozent an.

 

 

 

Mitarbeiter spüren Trends auf

 

 

 

Allein in diesem Jahr rechnet R. Stahl mit 235 Millionen Euro Umsatz, von denen über 70 Prozent im Ausland erzielt werden. Dort sieht das Unternehmen die größten Wachstumschancen – vor allem in Asien und Amerika. „In Europa, wo wir Marktführer sind, können wir nur durch Verdrängung mit innovativen Ideen wachsen“, sagt Völker.

 

 

 

 

 

 

 

Der Technologieführer ist dabei ausgesprochen findig. Beispiel Leuchtdiodentechnik: 1975 hatte R. Stahl als Erster ein Patent auf langlebige LEDs in Leuchtmeldern. Völker: „Das Patent ist heute leider abgelaufen, und alle machen es nach.“ Auch wenn eine Idee nicht gleich Geld bringt, wird sie aufgegriffen.

 

 

 

Die 1.500 Mitarbeiter, die weltweit für den Explosionsschutz-Spezialisten tätig sind, stellen sich permanent die Frage, wie sie die Produkte noch besser machen können. Dazu spüren sie zum Beispiel neue Trends auf – in Fachzeitschriften, auf Messen oder bei den Kunden.

 

 

 

Sprung in die „Top 100“

 

 

 

„Für jeden Bereich haben wir eine Road Map angelegt, die für die nächsten zehn Jahre aufzeigt, was für Entwicklungen zu erwarten sind“, erklärt Technikvorstand Völker.

 

 

 

So kommen die Ingenieure von R. Stahl zu dem Schluss, dass Explosionsschutz auch beim Einsatz grüner Energien gebraucht wird. Denn auch Biogas und Wasserstoff sind explosiv, wie auch die Prozesse in der Batterieherstellung.

 

 

 

So hat R. Stahl es unter die „Top 100“ gebracht. Das sind die 100 innovativsten Mittelständler Deutschlands. Um ganz vorne zu sein, arbeitet das Unternehmen auch mit Partnerbetrieben und Hochschulen zusammen.

 

 

 

„Was wir aber nicht holen können, entwickeln wir selbst“, sagt Völker. „Immer vor dem Hintergrund: Was bringt’s dem Kunden, und was können wir besser machen als der Wettbewerber?“

 

 

 

 

 

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