Nachwuchs

Zuckerwasser und Popcorn-Sprünge


Stecken da Vitamine drin? Im Labor sind die jungen Forscher dem Vitamin C auf der Spur. Foto: Fehling-Lab

Im Schülerlabor Fehling-Lab entdecken Kinder, wie die Natur funktioniert

Stuttgart. Kann sich ein Kristall auflösen? Ein Glas Wasser, ein Löffel, etwas Zucker – und los geht das Experiment. Neugierig raten die Miniforscher: Wie viele Löffel Zucker lassen sich wohl darin auflösen, bevor die Flüssigkeit trüb wird? Begeistert schaufeln die Kleinen die weißen Körnchen ins Gefäß.

Geforscht wird im Kristall-labor des Fehling-Lab, einem Schülerlabor in Stuttgart, benannt nach dem Chemiker Hermann von Fehling. „Wir machen Experimente mit Dingen, die jeder kennt – wie etwa Nahrungsmitteln“, erklärt Professor Peter Menzel, der Leiter des Labors.

Der Andrang ist groß: Im September begrüßte die Einrichtung an der Universität Hohenheim den 30.000. Nachwuchsforscher.

Woher kommt das starke Interesse? „Kinder sind grundsätzlich sehr neugierig auf die naturwissenschaftlichen Phänomene“, so Menzel: „Bei uns können sie den Dingen auf den Grund gehen.“

Dabei experimentieren die jungen Teilnehmer wie echte Forscher im weißen Kittel und mit einer Schutzbrille auf der Nase. Gekonnt hantieren sie mit Reagenzgläsern und vielen anderen Laborgegenständen. Grundschüler untersuchen neben Zucker- und Salzlösungen im Farblabor, welche Farben im „schwarzen“ Filzstift stecken. Im Riechlabor experimentieren sie mit Düften und testen ihren Geruchssinn. Ältere Schüler lernen im Säurelabor, wie man Rotkohlsaft als Indikator für Säuren und Basen einsetzt.

Wasserdampf lässt Maiskorn platzen

Gemischt mit dem zu prüfenden Stoff verfärbt sich der Indikator im Reagenzglas eindrucksvoll von hellrot (stark sauer) über weinrot und violett (schwach sauer) bis hin zu blau (neutral), grün (alkalisch) und gelbgrün (stark alkalisch).

Für höhere Klassen gibt es sogar Chemieversuche mit der Mikrowelle: Mit großem Hallo lassen die Jungforscher Maiskörner darin aufpoppen. „Durch die Energie der Mikrowelle gerät das Wasser in den Körnern in Bewegung“, erklärt Menzel. „Es verdampft, so entsteht Überdruck, die Maissamen platzen – fertig ist der Snack.“

Die Anmeldeliste für Schulklassen ist beeindruckend. Wer nicht so lange warten will, kann auch zu Hause experimentieren – die Anleitungen gibt’s im Internet.


www.fehling-lab.de

 

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