Medizintechnik auf Rädern

Ziehm Imaging punktet mit mobilen Röntgengeräten

Nürnberg. Bessere Bilder, weniger Röntgenstrahlen. Das schafft der Nürnberger Medizintechnik-Hersteller Ziehm Imaging. Der Mittelständler produziert mobile Röntgengeräte, sogenannte C-Bögen, für Kliniken in aller Welt. Sie heißen so wegen des Bogens, der Röntgenquelle und Röntgenschirm (den „Detektor“) verbindet. Mit digitaler Technik liefern die fahrbaren Apparate immer genauere Bilder – in 3-D, noch während der Operation.

Wenige Sekunden reichen zum Durchleuchten des Körpers von allen Seiten. Den Rest erledigt ein flinkes Rechenprogramm. Es setzt die Aufnahmen zu einem Rundum-Bild zusammen. Spezielle Blenden lenken den Röntgenstrahl auf jene Stellen im Körper, die der Arzt genauer sehen muss. „Dadurch wird die Strahlenbelastung erheblich verringert“, so Martin Ringholz, der Marketingleiter von Ziehm.

Schwierige Eingriffe an Herz und Wirbeln werden sicherer

Gebrochene Knochen, verschlissene Gelenke, verstopfte Blutgefäße: All das kann man auf den Bildern in 65.000 Graustufen gut erkennen. Man setzt auf Flachdetektoren statt wie bisher auf Röhrentechnologie. Das verhindert Verzerrungen am Rand. Die Technik macht selbst komplizierte Eingriffe an Wirbeln und am Herzen ein gutes Stück sicherer: Der Operateur kann jeden Arbeitsschritt auf dem Monitor kontrollieren und korrigieren. Er sieht etwa sofort, ob eine Schraube im Knochen oder eine künstliche Herzklappe richtig sitzt.

Auf einzelne Körperteile wie Ellbogen, Hüfte oder Wirbelsäule zugeschnittene Einstellungen lassen sich vorab auswählen. Der Bogen rotiert dann nach einem festen Muster um den Patienten herum. Am unteren Ende sitzt der Generator. Er erzeugt die Röntgenstrahlen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Detektor, er fängt die Strahlen auf. Dazwischen befindet sich der OP-Tisch mit dem Patienten.

„In der Medizin wird die digitale Bildgebung im OP immer wichtiger“, so Ringholz. „Ohne sie wäre mancher Eingriff gar nicht möglich.“ Gut für die Patienten: Weil die Röntgentechnik beim Blick in den Körper hilft, braucht es oft nur noch kleine oder gar keine Schnitte. Das heißt weniger Schmerzen. Ringholz: „Und die Genesungszeit verkürzt sich erheblich, etwa nach einer Operation am Kniegelenk.“

Die Qualität der Aufnahmen kommt an die Schnittbilder von Computertomografen heran. Diese arbeiten ebenfalls mit Röntgentechnik, sind aber viel aufwendiger. Pro Jahr verkauft Ziehm rund 1.000 C-Bögen, zwei von drei Geräten ins Ausland. Auch die Bundeswehr setzt sie ein. Das Modell für Heer und Marine passt zum Transport in vier Kisten und ist in 15 Minuten einsatzbereit.


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