Aus Niederbayern für die Welt

Zentrifugen der Firma Flottweg separieren Feststoffe und Flüssigkeiten

Der Maschinenbauer Flottweg liefert modernste Trenntechnik für die verschiedensten Branchen rund um den Globus. Produziert wird nur in Bayern. Der Exportanteil liegt bei 85 Prozent.

Unverzichtbar: Die „Schnecke“ gehört in jede Dekantier-Zentrifuge. Foto: Schulz

Unverzichtbar: Die „Schnecke“ gehört in jede Dekantier-Zentrifuge. Foto: Schulz

Schnell startklar: Kompaktanlagen im genormten Seefracht-Container. Foto: Schulz

Schnell startklar: Kompaktanlagen im genormten Seefracht-Container. Foto: Schulz

Mehr als Millimeterarbeit: Bei einer Schneckennabe muss alles passen. Foto: Schulz

Mehr als Millimeterarbeit: Bei einer Schneckennabe muss alles passen. Foto: Schulz

Vilsbiburg. Da verblasst selbst ein Raketenstart zur trägen Nummer: In den Industrie-Zentrifugen der Firma Flottweg wirken Beschleunigungskräfte von bis zu 10.000 g. Das ist 2.000-mal mehr, als ein Astronaut auf dem Weg ins All aushalten muss. Oder ein Adrenalin-Junkie in der Achterbahn.

Der Maschinenbauer Flottweg in Vilsbiburg nahe Landshut ist Spezialist für sogenannte Dekantier-Zentrifugen. Die rotieren um die eigene Achse und trennen mithilfe der Fliehkraft Feststoffe von Flüssigkeiten. „Sie sind seit 60 Jahren unser Kernprodukt“, sagt Marketing-Leiter Sven Bedö.

Benötigt werden die Maschinen für diverse Aufgaben: zur Gewinnung von Fetten, Ölen oder Biokraftstoffen etwa. Oder in der Chemie-, Pharma- und Nahrungsmittel-Industrie. Auch beim Herstellen von Bier, Wein und Fruchtsäften werden Zentrifugen eingesetzt. Darüber hinaus können Klär- und Ölschlamm sowie Industrieabwasser mit ihnen aufbereitet werden.

Die Zentrifugen sind weltweit gefragt. Der Exportanteil der Firma Flottweg, die nur in Vilsbiburg produziert, liegt bei 85 Prozent. Auch die Fertigungstiefe ist mit 90 Prozent hoch.

In den vergangenen 15 Jahren konnte der Maschinenbauer seinen Umsatz um mehr als 160 Prozent steigern. Die Mitarbeiterzahl am Standort verdoppelte sich auf rund 650. Eine von vielen Ursachen sieht Bedö in der verstärkten Hinwendung zum Ausland. 2007 etwa wurde die 100-prozentige Tochtergesellschaft in den USA gegründet. Heute macht das Geschäft dort knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.

Eine weitere Erfolgsstrategie war es, die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen. Flottweg kümmert sich so nun nicht mehr nur um Herstellung, Service und Wartung von Zentrifugen. Die Firma berät auch im Vorfeld, hilft bei der Planung und liefert komplette Anlagen.

Einige Kunden bekommen sie sogar im Seefracht-Container – fertig verbaut, verkabelt und mit vorbereiteten Anschlüssen. Eingesetzt werden die Kompaktlösungen meist im unzugänglichen Gelände, etwa im Bergbau. Sie sind relativ einfach in Betrieb zu nehmen – deshalb heißen sie bei Flottweg auch „Plug & Play“-Anlagen: einstöpseln und loslegen.


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