Arbeitswelt

Zeit für bunte Teams


Das Unternehmen Henkel setzt auf Vielfalt in der Belegschaft

Eine neue Verschlusskappe, bei der kein Tropfen Waschgel mehr danebengeht, ein Waschmittel, das mit Bio-Rohstoffen wäscht, und Fugen-Dichtstoffe, die Pilze hemmen – neue Produkte sind bei Henkel Teamarbeit. Und zwar Teamarbeit von deutschen und ausländischen Kollegen.

„Jede und jeder im Team hat einen anderen Blickwinkel, an­dere Ideen, andere Stärken“, schildert die Spanierin Maria Parals (26) die Vorteile der ge­mischten Teams. „Das bringt mehr Kreativität.“ Zusammen mit einem Deutschen, ei­nem Chinesen, einem Italiener und einem Russen sucht die Chemie-Ingenieurin nach neuen Anwendungen für Klebstoffe.

Gemischte Teams sind kreativer

So bunt wie die Produkte sind auch die Arbeitsgruppen bei Henkel: Ausländer und Deutsche, Frauen und Männer, Alte und Junge packen die Aufgaben gemeinsam an. Seit der Däne Kasper Rorsted Chef der Düsseldorfer Traditionsfirma ist, setzt sie noch mehr als bisher auf diesen Mix. „Das wird uns noch erfolgreicher machen“, ist der Manager überzeugt.

„Denn die bunten Teams sind ideenreicher“, berichtet Anke Meier, als Managerin für Diversity (Vielfalt) dafür zu­ständig, dass es mit der Mannigfaltigkeit im Konzern vo­rangeht. „Und sie helfen, Produkte besser auf den jeweiligen Markt zuzuschneiden“, er­gänzt Jung-Manager Emiliano Mroue, ein Argentinier (24). Das ist wichtig für einen Konzern, der mehr als 80 Prozent seines Geschäfts im Ausland macht.

Damit das Erfolgsrezept funktioniert, muss das Mitei­nander klappen und gegenseitiges Verständnis da sein. Frauen und Männer, Alt und Jung sollen zudem den Rücken frei haben, damit sie sich auf den Job konzentrieren können. Deshalb setzt Henkel an vielen Stellen den Hebel an, be­richtet Diversity-Managerin Meier. Einige An­satzpunkte:

Bei Müttern und Vätern

Damit sie Beruf und Familie unter einen Hut bekommen. Henkel bietet 140 Kita-Plätze für  die  Kinder  von  Mitarbeitern und informiert darüber, welche Schulen den Nachwuchs am Nachmittag betreuen. Mit Erfolg, freut sich Meier: „Statt nach zwei Jahren Babypause kommen die meisten Mütter heute schon nach einem Jahr zurück. Da benötigen sie kaum erneute Einarbeitung.“

Bei Alt und Jung

Damit die Pflege von Mutter, Vater oder Onkel die Mitarbeiter nicht zu sehr belastet. Sozialarbeiter des Konzerns vermitteln Pflegekräfte oder einen Heimplatz. „Dann kann sich der Kollege guten Gewissens auf seine Arbeit konzentrieren“, sagt Meier. Schließlich ist in den Teams Erfahrung gefragt.

Bei Ausländern und Deutschen

Damit in den Teams jeder mit jedem reden kann, gibt es Sprachkurse in Deutsch und Englisch. Henkel bietet sie allen an: Azubis, Facharbeitern und Führungskräften.

Hinzu kommt Kultur-Training. Damit in den Teams die Mentalitäten nicht aufeinanderprallen. „Wer die Unterschiede kennt, kann damit besser umgehen“, weiß Meier. Zum Beispiel Rücksicht darauf nehmen, dass Südamerikaner zum Treffen schon mal einen Tick später kommen, Amerikaner und Briten mehr Abstand zum Gegenüber wünschen, Spanier und Italiener ihm dagegen gern die Hand auf die Schulter legen. „Wenn es nicht klappt, hilft ein Trainer.“

Zugegeben: Bisher war Vielfalt eher ein Thema für Führungskräfte. Nun will Managerin Meier auch die Meister mit ins Boot holen. Und für die Kollegen in den Betrieben soll es „Lernspots“ im Intranet geben. Etwa zum Umgang miteinander. „Schon ein unüberlegter, kleiner Scherz kann verletzen“, weiß Meier. „Nur wo das Klima stimmt, stimmt auch die Arbeit.“

Die Vielfalt in Zahlen

Etwa vier Fünftel der rund 14 Milliarden Euro Um­satz macht Henkel heute im Ausland. Deshalb ist in dem Unternehmen längst Vielfalt eingezogen:

  • Drei der fünf Vorstandsmitglieder sind Ausländer, ebenso die Hälfte der Führungskräfte.
  • Nur etwa jeder fünfte Mitarbeiter ist Deutscher.
  • In Düsseldorf gibt es Beschäftigte aus 40 Nationen, konzernweit aus etwa 110 Ländern.
  • 35 Prozent der Beschäftigten und 25 Prozent der Führungskräfte sind Frauen.
  • Etwa ein Viertel der Be­legschaft ist älter als 50 Jahre.

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