Ausbildung

Zeig’ allen, was in dir steckt!


Hurra, immer mehr Lehrstellen – für alle, die über den Tellerrand schauen

Bundesweit gibt es genau 340 anerkannte Ausbildungsberufe – eine Riesenauswahl. Doch bei der eigenen Lehrstelle ist die Jugend fantasielos: Sie wählt nur aus wenigen Möglichkeiten aus. Darum stapeln sich bei Ausbildern Bewerbungen als „Kaufmann“, „Kfz-Mechatroniker“, „Friseurin“ oder „Arzthelferin“. Andere suchen dagegen händeringend  Azubis.

„Der Jugend fehlt die Berufsorientierung, die Schule tut zu wenig“, kritisiert Ausbildungsberaterin Rica Kolbe von der Industrie- und Handelskammer Berlin. Während sich laut Statistik der Arbeitsagenturen zum Beispiel gleich fünf Bewerber auf einen Ausbildungsplatz als „Pferdewirt“ stürzen, kann ein angehender Kunststoffverarbeiter gleich unter drei freien Plätzen wählen (siehe Grafik).

Es könnte also jedes Töpfchen sein Deckelchen finden. Nur – wie? Zur ersten Orientierung hilft eine Internet-Suchmaschine wie „Google“. Einfach mal irgendeine Berufs-Idee eintippen und lossurfen!

„Man sollte seine Fähigkeiten kennen“, meint Job-Expertin Kolbe. Viele wüssten gar nicht, was sie auf der Pfanne haben. „Mit meiner Tochter habe ich im Internet beim Geva-Institut einen Berufstest gemacht.“ Der dauert 30 Minuten und kostet 25 Euro (www.geva-institut.de).

Kostenlos gibt es solche Tests auch beim Berufsinformationszentrum (BIZ) der Arbeitsagenturen – und bei Krankenkassen. Einfach mal anrufen! Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) liefern mit ihrem Programm „Jobfit“ gleich noch Tipps für Körpersprache und Styling (www.jobfit.de).

Oft hilft auch ein Gespräch: „Lehrer, Freunde und Familie fragen, wie sie einen einschätzen und welcher Beruf ihrer Meinung nach passend wäre“, rät das Wirtschaftsministerium (www.bmwi.de , „Ausbildung und Beruf“, links oben).

Auf  www.berufenet.de informieren die Arbeitsagenturen über alle Ausbildungsberufe. Alternativ kann man sich unter interesse-beruf.de Berufe passend zu den eigenen Interessen anzeigen lassen.

Empfehlenswert sind auch Ausbildungsmessen. Kolbe: „Wer sich auf technische Berufe verlegt, hat mehr Chancen auf einen Ausbildungsplatz.“ Tipp: Schauen Sie in der Zeitung und im Internet nach, ob Betriebe einen „Tag der offenen Tür“ anbieten.

Was verdienen Azubis?

Wie interessant der Beruf im Alltag ist, zeigt ein Schnupper-Praktikum. Das kann drei Tage oder auch vier Wochen dauern (Schulferien). Auch bezahlte Ferienjobs geben Einblicke.

Wichtig ist auch die Vergütung für Azubis. Eine Physik-Laborantin bekommt zum Beispiel durchschnittlich 763 Euro, eine Hotelfachfrau 564 Euro im Monat. Das steht im jeweiligen Tarifvertrag.

Info: Hier geht’s ganz konkret zur Lehrstelle

Aktuell mehr als 25.000 freie Lehrstellen, sortiert nach Berufen, kann man kostenlos im Internet unter dem Link www.meinestadt.de/deutschland/lehrstellen aufrufen. Alle mit Ort, Ansprechpartner, Telefon und E-Mail!

Berufe mit Zukunft in der Industrie – die zehn Favoriten von Aktiv

Lacklaborant

Getränkedosen, Möbel, Anlagen, Autos: Alle schützen Lack vor Umwelteinflüssen. Lacklaboranten entwickeln und verfeinern die Rezepte und stellen sie her. Sie verleihen Lack bestimmte Eigenschaften (Glanz), tragen ihn auf und prüfen ihn. Dabei nutzen sie Wissen aus Chemie, Mathe und Physik.

AKTIV meint: Gutes Farbensehen ist Voraussetzung für den Job.

Werkzeugmechaniker

„Wer gerne mit Computern zu tun hat, ist hier richtig“, so Ausbilder Francesco Rivera von Profine aus Pirmasens. Man lernt Bohren, Sägen, Drehen, Fräsen, Mathe und viel Technik für die Arbeit an computergesteuerten Maschinen.

AKTIV meint:  Hier muss man sehr genau arbeiten.

Maschinen- und Anlagenführer

Maschinen produzieren tausend Sachen. Aber nur, wenn man sie fachgerecht bedient. Anlagen- und Maschinenführer kennen ihre Anlage: Sie wissen, wie man sie eingestellt, pflegt, umrüstet oder repariert.

AKTIV meint: Geht fix - nur zwei Jahre Ausbildungszeit.

Produktveredler Textil

T-Shirts? Längst out! Die Textil-Industrie ist Hightech:  Bleichen, Färben, Drucken, Appretieren, Beschichten – vom Kleid bis zum Flugzeugträger. Produktveredler kennen Maschinen und Prozessleitsysteme und berechnen Rezepturen.

AKTIV meint: www.textile-your-future.de ist einen Klick wert!

Verfahrensmechaniker für Kunststofftechnik

Mit Hilfe von Spezialmaschinen formen Verfahrensmechaniker Dinge aus Kunststoff: Tupperdosen, Spritzen, Autotanks, Handyschalen, Flugzeugteile. Schichtarbeit gehört zum Job.

AKTIV meint: Tolle Chancen,  bundesweit 1.000 freie Stellen. 

Gießereimechaniker

Schilder, Armaturen, Werkzeuge, Motorenteile sind präzise in Form gegossenes Metall. Die Formen und Gussteile dafür stellen Gießereimechaniker her: Sie bedienen mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch gesteuerte Produktionsanlagen.

AKTIV meint: Wer Hitze verträgt, ist hier richtig.

Informatikkaufmann

Wie macht man Abläufe im Betrieb schnell, kostengünstig und fehlerfrei? Damit befassen sich Informatikkaufleute: Sie checken die Bedürfnisse des Unternehmens und passen Datenverarbeitung und Technik den Erfordernissen an.

AKTIV meint: War mal out, jetzt wieder gesucht.

Pharmakant

Tabletten, Salben, Zäpfchen, Ampullen und Tropfen: Pharmakanten machen mit Hilfe spezieller Anlagen aus Wirkstoffen Arzneimittel. Der Umgang mit Waage, Erlmeierkolben, Pipette und mit Technik gehören dazu.

AKTIV meint: Ein sauberer Job mit viel Verantwortung.

Maschinenbauer

Sie bauen Maschinen, Motoren und Getriebe und sind gesucht von der Raum- bis zur Schifffahrt. Neben dem klassischen Ingenieurstudium gibt’s das duale Studium an der Berufsakademie (BA) mit Theorie und Praxis. Vorteil: Hohe Vergütung während des Studiums (bis 900 Euro).

AKTIV meint: Mit 4000 Euro lockt ein prima Verdienst.

Zerspanungsmechaniker

Handwerkliches Geschick und ein gutes Vorstellungsvermögen haben Zerspanungsmechaniker: Sie fertigen Präzisionsteile aus Metall für Maschinen, Fahrzeugeuge und Elektrogeräte an. Dabei nutzen sie spanende Verfahren wie Drehen, Fräsen und Schleifen an CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen.

AKTIV meint: Wer gute Noten in Mathe hat, sollte es gleich mal probieren.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang