Null Bock auf Pauken?

Zehn Tipps, wie Eltern ihre Kinder zum Lernen motivieren können

Die Hausaufgaben werden nur am Schreibtisch erledigt? Nicht unbedingt. Lernen und Freizeit sind auf jeden Fall voneinander zu trennen? Falsch. Nur bei Erfolg zu loben, bereitet auf den Ernst des Lebens vor? Nein. Was Eltern wissen sollten.

Lustlos: Viele Kinder würden aufs Lernen gerne verzichten. Foto: Fotolia

Lustlos: Viele Kinder würden aufs Lernen gerne verzichten. Foto: Fotolia

Hamburg. Bio ist voll langweilig, Mathe echt kompliziert – und draußen warten eh schon die Freunde zum Spielen! Kinder kennen viele Gründe, warum sie gerade heute nichts für die Schule lernen wollen. Eltern können an der Lustlosigkeit ihrer Sprösslinge verzweifeln. Mit zehn Tipps erklärt Daniel Bialecki, Bildungsexperte und Geschäftsführer der Hamburger Online-Lernplattform „scoyo“, wie sie den Nachwuchs motivieren können.

  • Gutes Lernklima schaffen. Wer sich wohlfühlt, ist eher motiviert, Neues zu lernen und Dinge anzugehen. Wichtig ist für ein Kind daher neben gutem Essen, Schlaf und Bewegung ein aufgeräumter Arbeitsplatz und eine ruhige Lernumgebung.
  • Anreize finden. Alles, was die Eigenmotivation beim Kind fördert, kann man sich zunutze machen. Ein geplanter attraktiver Sprachurlaub könnte etwa ein Anreiz sein, Vokabeln zu lernen.
  • Schule nicht zum dominanten Thema machen. Das Zuhause sollte für ein Kind ein sicherer Hafen sein, in dem es sich entspannen und vom Schulalltag erholen kann.
  • Pausen gönnen. Kinder nicht zu lange am Stück lernen lassen und immer wieder auch Zeit für Hobbys und Freunde einplanen. Wenn die „School-Life-Balance“ im Gleichgewicht ist, steigt die Lernmotivation.
  • Entscheidungsspielraum einräumen. Dem Kind die Entscheidung überlassen, wann und wo es lernen will – und auf welche Weise es seine Lernziele erreichen will.
  • Anregungen geben. Eltern sollen ihren Kindern helfen, sie beim Lernen begleiten und ihnen Anregungen geben. Aber sie sollten nicht zum Ersatzlehrer werden – das kann die Beziehung belasten.
  • Schulinhalte in den Alltag integrieren. Beim Backen rechnen, anhand von Nachrichten historische Zusammenhänge erklären, viel in der Natur und in Museen unterwegs sein – Lerninhalte lassen sich auf diese Weise häufiger als gedacht beiläufig vermitteln.
  • Selbstbewusstsein stärken. Kinder brauchen Anerkennung, Erfolgserlebnisse und Wertschätzung – gerade außerhalb des Schulalltags.
  • Nicht nur bei Erfolg loben: Kinder sollten für ihr Engagement gelobt werden – selbst bei einem Misserfolg. So lernen sie, nicht leicht aufzugeben und dass Fehler und Herausforderungen zum Leben dazugehören.
  • Das Lernen strukturieren. Ziele für einen bestimmten Zeitraum werden am besten in einem Lernplan festgelegt. Sobald die Ziele abgehakt sind, gibt’s eine Belohnung. Das motiviert!

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