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Zauberhaft


Fingerfertig: Kunststücke zeigt Robert Hörnla zum Beispiel mit Spielkarten. Foto: Bodmer

KraussMaffei-Mann Robert Hörnla sorgt für magische Momente

München. David Copperfield, der amerikanische Magier, hat ihn in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. 1993 war das, bei einem Auftritt im Deutschen Theater in München. Robert Hörnla war damals 21 – und am Ende der Vorführung stand für ihn fest: „Ich will auch zaubern lernen.“ Bald darauf meldete er sich für einen Grundkurs an der Volkshochschule an.

Inzwischen ist Robert Hörnla 37 Jahre alt, arbeitet als Entwicklungsingenieur bei KraussMaffei. Doch er zaubert immer noch. Etwa einmal in der Woche steht er jetzt selbst auf der Bühne.

Den Einstieg in die Welt der Magie wagte er anfangs nur im Kreis anderer Zauberer. „Zunächst hatte ich befürchtet, dass Zuschauer meine Tricks durchschauen könnten.“ Denn der Weg bis zum Beherrschen eines Kunststücks, zum Beispiel mit Spielkarten oder einem Seil, ist weit. Gefragt sind Fingerfertigkeit, aber auch Schauspiel-Talent, um die Zuschauer abzulenken. Damit die entscheidenden Kniffe unentdeckt bleiben.

Die ersten Gleichgesinnten lernte er damals in dem Volkshochschulkurs kennen. „Sie gaben mir Tipps, wo es interessante Zauberbücher zu kaufen gibt.“ Solche Quellen zu entdecken, war vor Beginn des Internet-Zeitalters gar nicht so einfach.

Sanfte Stimme und viel Fantasie

„An meiner Technik habe ich viele Jahre hart gearbeitet, bis ich einigermaßen zufrieden war“, sagt Hörnla. Und betont: „Ausgelernt hat man nie!“ Das ständige Tüfteln und Verbessern reizt ihn – am liebsten mit anderen Magiern am Zauberer-Stammtisch. „Das ist wie bei meiner Arbeit. Auch da kann ich kreativ sein.“

Bei KraussMaffei, im westlichen Münchner Stadtteil Allach, konstruiert Hörnla hydraulische Steuerungen und Regelungen. Das Unternehmen, nicht zu verwechseln mit dem benachbarten Wehrtechnik-Produzenten Krauss-Maffei Wegmann, ist der größte Hersteller von Kunststoff-Maschinen in der Welt.

Nach Feierabend schlüpft der Maschinenbau-Techniker in seine silbern glänzende Jacke – und nennt sich „Rob O’Hara“. Als „Sprechzauberer“ verpackt er seine Kunststücke in Geschichten und bringt sein Publikum zum Lachen und Staunen – mit sanfter Stimme, viel Fantasie und jeder Menge Überraschungseffekten.

Rob O’Hara zaubert in kleiner Runde auf Kindergeburtstagen, in größerem Kreis auf Hochzeiten, Firmenfesten oder auf Weihnachtsfeiern von Sportvereinen. Und ab und zu vor 100 bis 300 Zuschauern im Münchner Umland auf Galas, die er mit anderen Zauberern organisiert. Die meisten von ihnen sind wie er Mitglied in der Vereinigung „Magischer Zirkel von Deutschland“.

„Mit den Zuschauern gemeinsam Spaß haben“

Die Honorare für seine Auftritte steckt Hörnla wieder in die Zauberei. Denn: „Das kann ein teures Hobby sein.“ Vor allem die Weiterbildung auf Seminaren und die Spezial-Literatur gehen ins Geld.

Im nächsten Monat zum Beispiel will Hörnla zu einem Kongress nach Salzburg. Dort besucht er Kurse von internationalen Künstlern, tauscht sich mit Kollegen aus und knüpft Kontakte zu Händlern von Zauber-Requisiten. „Auch in Las Vegas, dem Mekka der Magie, habe ich mir natürlich schon Shows angeschaut.“

Bei allem Interesse an der Glitzerwelt der ganz Großen steht für Hörnla eines im Mittelpunkt: „Ich will mit den Zuschauern gemeinsam Spaß haben.“

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Für Maschinen und Technik habe ich mich von klein auf interessiert. Nach der Ausbildung zum Industriemechaniker besuchte ich die Techniker-Abendschule.

Was gefällt Ihnen besonders?

Wie beim Zaubern bin ich bei meiner Arbeit immer auf der Suche nach dem Besten. Etwas ständig zu optimieren, ist für mich faszinierend.

Worauf kommt es an?

Auf Erfahrung und Fachwissen. Und nur im Team lassen sich Lösungen finden. Allein schafft es keiner.

 

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