Weiterbildung

Wo gute Schweißer besser werden


Das neue „Kompetenzzentrum“ von BHR Hochdruck-Rohrleitungsbau im Harz setzt Maßstäbe

Osterode. Jürgen Lange kommt im Job viel herum: Frankreich, die Schweiz und Österreich hat er schon gesehen, Russland, Polen, Tschechien und fast alle skandinavischen Länder. Der 50-Jährige ist Schweißer. Seine Arbeit wird in Kraftwerken und Industriebetrieben gebraucht und geschätzt.

Damit Lange und seine Arbeitskollegen stets auf dem neuesten Stand der Technik sind, hat sein Arbeitgeber, die BHR Hochdruck-Rohrleitungsbau GmbH in Osterode am Harz, jetzt ein neues Trainingszentrum errichtet.

1,5 Millionen Euro hat das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren investiert: Eine historische Produktionshalle wurde grundlegend modernisiert und zu einem „Schweiß-Kompetenzzentrum“ umgebaut. Es ist mit 14 Schweiß- und zwei Schleifkabinen ausgerüstet.

In dieser Zunft ist Präzision alles

Auch außerhalb der umgebauten Halle hat BHR in die Qualität der Arbeit investiert. So wurden neue Sozialräume gebaut, die mechanischen und elektrischen Werkstätten modernisiert sowie das Prüflabor und mit neuesten Geräten ausgestattet.

„Unsere etwa 200 Schweißer genießen bei Fachleuten rund um den Erdball einen ausgezeichneten Ruf“, sagt Michael Wedemeyer, der Leiter der Niederlassung in Osterode. „Mit dem neuen Kompetenzzentrum wollen wir diese Top-Position festigen und ausbauen.“

Zuverlässigkeit und Top-Qualität zeichnen die Arbeit eines guten Schweißers aus. So müssen Nähte in Kraftwerken Rohrleitungen miteinander verbinden, in denen 700 Grad heißer Wasserdampf bei bis zu 300 Bar Druck strömt.

Der kleinste Fehler könnte schlimme Auswirkungen haben. „Ständiges Training und regelmäßige Prüfungen sind für Schweißer aus diesem Grund so wichtig“, betont Wedemeyer.

Prüflabor testet die Nähte

Das ist nun am Standort möglich. Schweißfachingenieure, Techniker und Lehrschweißer vermitteln technische Neuerungen, organisieren Kurse und nehmen Prüfungen ab. Einer von ihnen ist Holger Marose, Ausbilder für Handschweißer. Auf das neue Zentrum angesprochen, gerät er ins Schwärmen: „Wir können hier alle Schweißverfahren trainieren, mit unterschiedlichsten Werkstoffen umgehen und jede Art von Prüfung abnehmen.“

Und: „Wir haben jetzt ein Prüflabor, das jede Schweißnaht sofort auswerten kann.“ Das geht sowohl mit „zerstörungsfreien“ Prüfungen (dazu stehen Röntgen- und Ultraschallgeräte bereit) als auch mit „zerstörenden“ Prüfungen – also, indem man Werkstoffe biegt, zieht oder faltet.

Die Fachleute haben viel zu tun, denn Schweißer müssen spätestens nach zwei Jahren ihre Kenntnisse auffrischen. Sie bleiben in der Regel eine Woche in Osterode, dann gehen sie wieder auf Montage.

So wie Jürgen Lange. Sein nächster Job ist in Betznau in der Schweiz. Dort wird er eine Kühlwasser-Leitung schweißen.

 

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