Junior-Firma

Wirtschaft auf Japanisch


Von der Idee zum Produkt: Die Neuntklässler vermarkten ihre Spiele professionell. Foto: Horling

Mit ihrer Junior-Firma „Kumi-Kaizen“ bringen Schüler Farbe ins Sudoku-Spiel

 

Kitzingen. Hier rätselt man voll im Trend auf Japanisch – und in Farbe: 18 Neuntklässler von der Richard-Rother-Realschule in Kitzingen bei Würzburg haben das erste Farben-Sudoku entwickelt und auf den Markt gebracht. „Kumi-Kaizen“ heißt  ihre  Firma,  „Irodoku“ heißt ihr Produkt, ein

Brettspiel.

 

Dabei ersetzen die Farben („Iro“) die Zahlen („Su“). Auf die Idee zu dieser originellen Variante sind die Schüler aus ganz praktischen Gründen gekommen, erzählt Florian Hildebrand (15), der „Technische Abteilungsleiter“. Er erläutert: „Zahlen sind schwerer auf die Steine zu fräsen.“

Bei dem bundesweiten „Junior“-Schülerprojekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) lernen Jugendliche, eine Geschäftsidee vom Konzept bis zum Vertrieb zu verwirklichen. In diesem Fall entstand im Wahl-Unterricht „Schülerfirma“ schließlich „Kumi-Kaizen“. Lehrer Stefan Wolbert: „Der Name steht für den Teamgedanken und für das ständige Streben nach Verbesserung.“

Auf 10 Euro Kapital gibt’s 13 Euro zurück

Ihr Startkapital holte sie sich über 90 verkaufte Anteilsscheine zu je 10 Euro. Nicht nur Familienmitglieder schlugen zu, auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos ist Teilhaber.

Die Schüler stellten dem Politiker ihre Geschäftsidee bei einem Lokaltermin vor – und ernteten großes Lob. Auch sonst gehen sie  zielstrebig vor: „Wir suchen selbst nach Geldgebern“, berichtet „Marketing-Chef“ Philip Assmann (16).

Rund 30 Euro kostet die Herstellung eines „Irodoku“. Im Verkauf bringt das Spiel, das inzwischen sogar in einen Fachkatalog aufgenommen worden ist, mindestens 52 Euro. Die Stückzahl ist vorerst auf 200 Stück begrenzt. Mittlerweile hat die Schülerfirma ein zweites Spiel mit Namen „Suzuka“ entwickelt. Wenn sie nach Projekt-Ende im Sommer aufgelöst wird, soll ein Gewinn erzielt sein:  Die  Oma, die 10 Euro eingesetzt hat, soll 13 Euro zurückbekommen. „Das macht stolz“, freut sich Lehrer Wolbert.

„Irodoku“ wird dann von einer Schreinerei weiter produziert. „Das Projekt ist ein fließender und sinnvoller Übergang in den Beruf“, findet Schreiner Georg Ackermann. „Und erstaunlich wirklichkeitsnah“ – eben die beste Schule fürs (Geschäfts-) Leben.

Michael Horling

Mehr unter:  www.kumi-kaizen.de

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