Mittelstand

Wir wachsen!


Für den Kran-Hersteller Wolffkran ist die Krise fast ausgestanden

Heilbronn. Die Balance auch für stürmische Zeiten zu finden – darauf kommt es beim Kranbau an. Und das gilt nicht nur für die Statik, sondern auch für die ausgewogene Produktionsplanung. Die Firma Wolffkran in Heilbronn konnte den wechselhaften, aber letztlich positiven Auftragseingang bislang gut steuern und schaut daher zuversichtlich auf das Gesamtjahr 2009.

Die Fühler in viele Länder ausgestreckt

Einer der Gründe: Viele Staaten fördern Infrastrukturprojekte, dadurch gibt es etliche Großbaustellen, zum Beispiel für neue Kraftwerke. In vielen arabischen Ländern wird ohnehin munter weitergebaut. Der Kranhersteller profitiert jetzt davon, dass er schon vor Jahren die Fühler in viele Länder ausgestreckt hat.

Früher war das Unternehmen nur in Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und in Österreich vertreten. Bis Peter Schiefer den Betrieb vor vier Jahren mit einem Partner übernahm. Der 41-Jährige erzählt: „Wir haben seitdem viele Märkte erschlossen.“ So sei es gelungen, den Umsatz zu vervierfachen, auf mehr als 100 Millionen Euro.

Das führte zu einer Verdopplung der Produktion, die in Heilbronn nicht zu stemmen war. Deshalb wurde vor zwei Jahren ein neues Werk im brandenburgischen Luckau gebaut. Dort werden die Krantürme hergestellt.

Die „roten Wölfe“, wie die Produkte von Wolffkran im Branchenjargon heißen, eignen sich besonders gut für den Einsatz an hohen und engen Baustellen. Es sind Wippkrane, das heißt ihr Ausleger kann nach oben bewegt werden.

XXL-Krane sind weltweit gefragt

So funktioniert auch der neue „Big Wolff“, der größte Wolffkran-Serienwipper. Bis zu 70 Tonnen kann man an seine Spitze  hängen  –  und  20  Tonnen, selbst wenn er 800 Meter hoch ist. Weltweit nimmt die Nachfrage nach solchen XXL-Wippkranen für den Kraftwerks- und Hochbau zu.

All die letzten Jahre ging es für die Firma steil nach oben – bis Mitte 2008. „Nach einem unbeschreiblichen Boom im ersten Halbjahr war es, als hätte jemand den Schalter auf Aus gestellt“, erzählt Schiefer. Der Firmenchef trat sofort auf die Bremse: Der Betrieb reduzierte seine Lagerbestände ­und trennte sich von rund 150 Zeitarbeitern.

Dass es jetzt schon wieder aufwärts geht, dafür sorgen auch die Mietkrane. „Wir sind der einzige Hersteller mit großer Mietflotte“, berichtet Schiefer. Die bestehe mittlerweile aus rund 600 Kranen. Schiefer: „Wer jetzt nicht kaufen will oder kann, der mietet.“ So laufen die Geschäfte weiter. Außerdem: Wer heute ein Gerät mietet, der kauft es vielleicht morgen. Schiefer nennt die Flotte, in die er jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag investiert, gerne „Spardose des Unternehmens“

[Galerie]]

Inzwischen wird in Heilbronn und Luckau wieder im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet. Wolffkran will auch in - den nächsten Jahren massiv wachsen,  „um 20 bis 30 Prozent pro Jahr“, so Schiefers Ziele. Früher oder später werden wohl auch wieder Zeitarbeiter gebraucht.

 

Info: Wolffkran GmbH

Das 154 Jahre alte Unternehmen hat sich auf die Herstellung von „Turmdrehkranen“ spezialisiert. Seine Kunden sind vor allem die großen, multinational tätigen Bau-Unternehmen. Von den 450 Mitarbeitern sind 220 am schwäbischen Stammsitz in Heilbronn tätig, 150 weitere im brandenburgischen Luckau. Der Rest verteilt sich weltweit auf Vertriebs- und Service-Niederlassungen.

www.wolffkran.de

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang