Jugend

Wir sind die Besten im Land


Physik-Olympiade 2008: Die Landessieger aus Hessen wurden geehrt

„Die wirklichen Superstars brauchen keine aufgebauschten Castingveranstaltungen. Sie brauchen wachen Geist, Kreativität, Persönlichkeit, Leidenschaft und Mut. Das alles haben Sie bewiesen.“

Professor Dieter Weidemann, Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes Hessen Metall, beglückwünschte die neun Landessieger (einer fehlte bei der Feier). „Sie sind unser Zukunftspotenzial. Davon können wir, gerade in der Metall- und Elektro-Industrie, nicht genug haben.“

Bad Hersfeld. Wissen Sie, wann das Eis eines Gletschers durch Reibung zu schmelzen beginnt? Wie hoch fliegen Regentropfen, die von einem rollenden Fahrradreifen in die Luft geschleudert werden?

Mit solchen und anderen kniffligen und komplizierten physikalischen Problemen mussten sich die Teilnehmer an der diesjährigen Physik-Olympiade beschäftigen.

Dem großen Ziel verpflichtet

Die neun besten Nachwuchs-Einsteins aus Hessen wurden nun in einer kleinen Feierstunde in den Räumen des Unternehmens Grenzebach BSH in Bad Hersfeld vom Hessen-Metall-Chef Professor Dieter Weidemann ausgezeichnet.

Weidemann war begeistert von der Leistung der Jugendlichen: „An der Spitze zu stehen, so wie Sie jetzt, ist aller Ehren wert. Sie haben den inneren Schweinehund immer wieder überwunden und auf vieles verzichtet. Sie waren ihrem großen Ziel verpflichtet. Das ist eine große Leistung.“ 

In diesem Jahr galten die Aufgaben, die gelöst werden mussten, als besonders schwierig. Doch für die Preisträger waren sie offensichtlich kein Problem.

Fünf der neun besten Hessen kamen diesmal aus Frankfurt, je einer aus Bad Hersfeld, Friedberg, Kassel und Korbach. Ein wahres Nest physikalischer Genies ist das Goethe-Gymnasium in Frankfurt, das gleich drei Olympioniken in seinen Mauern hat. 

Oja Song, der sich wie seine Mitstreiter Maximilian Wimmer und Alexander Aranovitch am Goethe-Gymnasium gerade auf die anstehenden Abiturprüfungen vorbereitet, fand Physik schon immer spannend: „Auf der Schaukel wollte ich wissen, warum sie schaukelt und überlegte, wie sie wohl funktioniert. Und das hat sich bei allem Neuen fortgesetzt.“

Erd-Erwärmung verstehen

Auch Maximilian Wimmer geht den Dingen gerne auf den Grund. „Mit dem Erlernen von physikalischen Zusammenhängen kann man immer genauer hinschauen und zum Beispiel verstehen, wie die Sonne die Erde erwärmt. Das finde ich einfach klasse.“

Alexander Aranovitch begeistern beim Umgang mit Physik die dafür notwendigen Denkprozesse. „Das Verstehen der Zusammenhänge über schnöde Zahlen, das ist für mich die eigentliche Faszination hinter der Physik.“

Die drei Sieger des Goethe-Gymnasiums stammen aus Elternhäusern, in denen der Umgang mit Naturwissenschaften schon früh gefördert wurde.

Alle Teilnehmer des diesjährigen Wettbewerbs haben sich freiwillig einer großen Herausforderung gestellt. Die neun Landessieger setzen Zeichen, indem sie sich schon frühzeitig auf eine Berufswelt vorbereiten, in der die Naturwissenschaften eine immer wichtigere Rolle spielen. Auf diesen Nachwuchs warten die Betriebe der M+E-Industrie in Hessen.

Weidemann: „Wir hoffen deshalb, dass im nächsten Jahr die Resonanz auf diesen Wettbewerb noch größer ist.“  

Endrunde in Vietnam

Die Internationale Physik-Olympiade (IPhO) wird seit 1967 jährlich veranstaltet. Schülerinnen und Schüler, die jünger als 20 sind, können teilnehmen. Es geht um die Bearbeitung theoretischer und experimenteller Aufgaben aus dem Bereich der Schulphysik.

Eine erste Ausscheidung findet auf Landes-, eine zweite auf Bundesebene statt. Für das internationale Kräftemessen entsendet jeder Teilnehmerstaat eine fünfköpfige Mannschaft. Die Endrunde der IPhO findet in diesem Jahr in Hanoi (Vietnam) statt.

www.physikoplympiade.de

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