Ausbildung

„Wir planen für die Zeit nach der Krise“


Phoenix Compounding Technology erhöht die Zahl der Lehrstellen

Waltershausen. Wirtschafts­krise hin oder her, in der Ausbildungswerkstatt der Phoenix Compounding Technology GmbH ist  von  Krise  nichts  zu  spüren: In der Metallwerkstatt sind Christiane,  Yves  und  Florian an den computergesteuerten Werkzeugmaschinen be­schäftigt. Im Labor nebenan messen Benjamin und Christian die Viskosität des Öls.

Schwierige Zeiten gibt es für den in Waltershausen (Thüringen) ansässigen Hersteller von Kautschuk-Mischungen zweifellos.  „Aber wir planen langfristig“, sagt Werkleiter Klaus Faßler. Deshalb will sein Unternehmen im kommenden Ausbildungsjahr 2009/2010 nicht weniger, sondern mehr jungen Leuten einen Platz anbieten – statt 73 sind es im Herbst 81.

Kurzarbeit seit Dezember 2008

Dabei ist es nicht so, dass die Thüringer bislang von der Krise verschont geblieben sind. Im Gegenteil, weniger verkaufte Autos haben auch in Waltershausen Spuren hin­terlassen. Kurzarbeit gibt es hier schon seit Dezember vergangenen Jahres.

 

Doch aus der Krise will das Unternehmen gestärkt hervorgehen. „Wir sind in der Region einer der größten Arbeitgeber und in der Branche für höchste Qualität bekannt“, sagt Faßler. „Das können wir langfristig nur mit bestens ausgebildeten Fachkräften bleiben.“

Die Erfahrungen mit Zeitarbeitern und befristeten Be­schäftigten „waren nicht überzeugend“,  so der Werk-Chef.

Das Unternehmen hat reagiert und tief in die Tasche gegriffen: Im letzten Herbst öffnete ein neues Ausbildungszentrum seine Tore. Helle Ar­beitsplätze, moderne Ma­schinen – ein klares Zeichen für den hohen Stellenwert, den der eigene Nachwuchs genießt.

Waltershausen ist mit 11.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt im Landkreis Gotha. Die Gummi-Industrie hat hier seit mehr als 150 Jahren Tradition. Zu DDR-Zeiten waren bei den VEB Gummiwerke Thüringen  bis zu 4.300 Menschen beschäftigt.

Länger arbeiten ohne Lohnausgleich

Diese Zeiten sind längst vergessen, doch die Tradition hat eine Zukunft. Wer von der Autobahn kommt, sieht schon am Ortseingang die strahlende Fabrikfassade. Innen arbeitet ein moderner Maschinenpark. Der Computer steuert die Produktionsabläufe und erfasst das Kommen und Gehen der Lkw-Fuhren. Zwischen 8 bis10 Millionen Euro hat die Konzernmutter jährlich investiert.

Die Mitarbeiter wissen es zu schätzen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben sie einer Arbeitszeitverlängerung    auf 40 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich zugestimmt. Das wird nach der Krise beim kommenden Aufschwung  po­sitiv zu Buche schlagen.

Klaus Faßler, schon 38 Jahre im Unternehmen, hat schon so manche Krise erlebt: „Wenn der Automobilbau wieder an­springt, wollen wir ganz sicher zu den Gewinnern der Krise gehören.“

Werner Fricke

 

Info: Ausbildung bei Phoenix

ContiTech produziert am Standort Waltershausen mit derzeit 780 Mitarbeitern. Im neuen Ausbildungszentrum gibt es eine Metallwerkstatt mit Dreh-, Fräs- und Schneidmaschinen, einen Schweiß­raum, ein physikalisches und ein chemisches Labor, eine Pneumatikwerkstatt, zwei Schulungsräume für die Mischungsentwicklung und die kaufmännische Ausbildung. Ausgebildet werden Verfahrensmechaniker Kunststoff- und Kautschuk-Industrie, Industriemechaniker sowie Industriekaufleute. Auch Berufsakademiestudenten der Informatik, Produktionstechnik und Kautschuktechnologie nutzen die Einrichtung. Neben den 37 Azubis der Unternehmensgruppe ContiTech werden auch 34 Auszubildende von Kooperationspartnern unterrichtet.

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