Betriebsabläufe

Wir organisieren uns selbst!


Beim Autozulieferer SKF in Mühlheim wird Teamarbeit großgeschrieben

Mühlheim an der Donau. Eine automatisierte Produktionslinie beim Wälzlager-Hersteller SKF: 20 Mann sind hier ein Team. Sie bekommen vom Werkleiter Muharrem Cinar nur selten Anweisungen, wie sie zu arbeiten haben. Denn der sagt: „Wie die Anlage optimal läuft, wissen die Mitarbeiter am besten.“

Daher organisieren sie selbst alle Abläufe an ihrem „Channel“ – so heißen bei SKF diese automatisierten Produktionslinien: Vom Auftragseingang und der  Materialbeschaffung über die Fertigung bis zum Versand. Viel Verantwortung für die Mannschaft an Channel 21 – aber die motiviert auch.

Umkämpfter Markt

Die Fertigungsschritte sind an den Channels so automatisiert, dass Hand­griffe kaum nötig sind. Nur zum Prüfen und Verpacken nehmen die Mitarbeiter die Teile in die Hand.

Automatisierung ist wichtig: Denn der Markt ist umkämpft. Wer neben bester Qualität auch niedrige Preise bieten kann, kommt an die meisten Aufträge. Und SKF ist weltweit führend.

 

Im Werk Mühlheim gibt es fünf solche Linien. An Channel 21 werden  „Kreuzgelenkbüchsen“ hergestellt – in normalen Zeiten 300.000 Stück pro Monat! Kreuzgelenke sind Elemente, die Getriebe und Antriebsachse von Fahrzeugen flexibel verbinden und dazu in sogenannten „Gelenkbüchsen“ gelagert sind.

„Das Produktionsziel wird uns vorgegeben“, erklärt Channel-Manager Heiko Wäschle. „Den Weg dahin bestimmen wir selbst.“  Uwe Billhardt, einer der Gruppensprecher, konkretisiert das so: „Die Anlage muss reibungslos laufen, und die Qualität muss stimmen.“ 

Das Team besteht neben Wäschle  aus Eduard Mattes, zu­stän­dig für die Wartung der Linie, An­dreas Nufer, dem Materialbeschaffung und Auftragsabwicklung obliegen, Ingenieur Wilfried Hermle, der die Prozesse plant und sich um technische Verbesserungen kümmert, und 16 Facharbeitern. Diese wechseln sich ab. „Job- Rotation“ nennen Fachleute das. Es funktioniert nur, wenn jeder alle Aufgaben beherrscht. Wer, wann, wo wie lange arbeitet, machen die Mitarbeiter unter sich aus.

Werkleiter Cinar freut sich, dass Channel 21 super funktioniert: „Ich bin sehr zufrieden“, lobt der Chef.

Tüfteln an Verbesserungen

Besondere Anerkennung sprach er für eine neue Teilezuführung am Montage-Automat aus, die sich das Team selbst ausgedacht hat. Die alte hat im letzten Jahr Ärger gemacht, sie war für 90 Prozent der Stillstände verantwortlich.

Auch jetzt, da die Auslastung relativ gering ist und kurzgearbeitet wird, tüftelt das Team an den verschiedensten Verbesserungsmöglichkeiten. Wäschle sieht die Sache so: „Gerade jetzt müssen wir Liefertreue und Qualität halten. Dann können wir durchstarten, wenn es wieder richtig losgeht.“

Joachim Sigel

 

Info: SKF GmbH

Der Standort in Mühlheim an der Donau gehört zur schwedischen SKF-Gruppe. SKF ist Teil der Automotive Divi­sion, die Automobil-Erstausrüster und den Ersatzteilmarkt bedient. Das Werk hat 2008 mit 153 Mitarbeitern 26 Millionen Teile produziert. Dieses Jahr rechnet das Unternehmen konjunkturbedingt mit einer Schwächung des Marktes, insbesondere im Automotive-Bereich.

www.skf.de

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