Sport-Bekleidung

„Wir müssen besser und schneller sein“

Strumpf-Hersteller Falke setzt jetzt auch auf innovative Sport-Bekleidung

Schmallenberg. Eine Laufmasche in der Premium-Socke? Undenkbar! Also wachen Manda Matijevic und ihre Kolleginnen bei Falke darüber, dass kein fehlerhafter Strumpf durch die Qualitätskontrolle schlüpft. „Jedes Paar wird nachgesehen “, betont Abteilungsleiter Werner Tilman.

Seit fast 50 Jahren arbeitet er im sauerländischen Betrieb. Gerne zeigt Tilman Gästen die Fertigung: „Dann weiß der Kunde sofort, was da für ’ne Arbeit dahintersteckt.“ Denn immer wieder legen die Mitarbeiter Hand an. Ein Beispiel: Die frisch gestrickte Fußbekleidung wird auf Schablonen in Form gezogen, ehe es ans Etikettieren geht.

Was im Inneren der Strumpf-Strickmaschinen vorgeht, ist freilich auch für Profis nicht mehr nachzuvollziehen: Computergesteuert werden selbst komplexe Muster extrem präzise gefertigt. Je 28 solcher Hightech-Apparate haben Maschinenführer wie Dieter Heimes zu betreuen.

Über 100 Jahre im Geschäft

Auch dem Laien leuchtet es aber auf Anhieb ein, dass für von Natur aus verschiedene rechte und linke Füße eigentlich auch rechte und linke Socken nötig sind. Falke machte aus dieser Idee einen Renner namens „Ergonomic Sport System“ (ESS).

Als diese innovative Sportstrumpf-Kollektion auf den Markt kam, war das Unternehmen gerade 100 Jahre alt geworden. 1895 hatte sich Dachdecker Franz Falke-Rohen mit einer Lohnstrickerei für grobe Wollstrümpfe selbstständig gemacht. Heute steuern seine Urenkel Franz-Peter und Paul Falke Zentraleuropas Marktführer in Sachen Socken.

Seit langem sind auch Feinstrümpfe und Herrenoberbekleidung im Programm der Firmengruppe. Dazu kommt nun auch Ware, die treue Strumpf-Käufer kaum erwartet hätten: modernste Sport-Funktionsbekleidung.

„In diesem Bereich haben wir ein rasantes Wachstum“, freut sich Andreas Soeffker, der Geschäftsleiter des Strumpf- und Sportbereiches. Stolz verweist er auf den „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland“, den Falke 2007 für einen ESS-Pullover erhielt.

Die sportliche Ware trägt laut Soeffker schon fast ein Viertel zum Geschäft bei. Falke ist auf Wachstumskurs; um je rund 7 Prozent sind die Umsätze 2005 und 2006 gestiegen.

Und das trotz einiger Baustellen. So ist das Feinstrumpf-Werk im 70 Kilometer entfernten Lippstadt jetzt Geschichte: Menschen und Maschinen sind in die Zentrale umgezogen. Dort entsteht zudem ein neues Entwicklungszentrum.

Denn Falke setzt auf den Standort D: Jeder zweite der weltweit 2450 Mitarbeiter hat hier seinen Arbeitsplatz. „Wir müssen in allen Bereichen besser und schneller sein als die anderen, um uns das auch in Zukunft leisten zu können“, weiß Soeffker.

Thomas Hofinger


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