Standort

„Wir haben deutlich mehr zu tun“


Know-how der Belegschaft ermöglicht Investitionen in Millionenhöhe

Bergkamen. Den sicheren Umgang mit schwierigen Chemikalien beherrschen die 300 Mitarbeiter des Bergkamener Spezialchemikalien-Herstellers Chemtura Organometallics (Tochter des US-Konzerns Chemtura) souverän. Ein Wettbewerbsvorteil, der jetzt, wo die Nachfrage stark anzieht, große Sprünge ermöglicht: „Wir erweitern die Produktion und investieren einen dreistelligen Millionenbetrag in den Standort“, so Geschäftsführer Ulrich Hartge.

Da wären zum Beispiel die aluminiumorganischen Verbindungen, die das 30-köpfige Forschungsteam clever optimiert hat. Sie sind in der Elektronik-Industrie heiß begehrt und stecken etwa in LED-Leuchten. Dort erhellen sie nicht nur Wohnräume, sondern jetzt auch Ampeln – ein riesiger Markt.

Doch die Substanz (TMA), eine klare Flüssigkeit, hat es in sich: „Sie brennt, sobald sie mit Luft oder Wasser in Berührung kommt“, erklärt Chemie-Techniker Claus Liedtke. Und lässt eindrucksvoll eine Probe in Flammen aufgehen.

Ansprüche an Qualität nehmen ständig zu

Weltweit versteht sich nur eine Handvoll Firmen auf das schwierige Herstellungsverfahren. Chemtura hat sogar eigene Edelstahl-Behälter – Tainer genannt – für den Transport entwickelt und schult seine Kunden im Umgang mit dem Produkt. Reicht das?

 

„Wir machen das seit 50 Jahren, ich schlafe ruhig“, versichert Geschäftsführer Hartge. Kann er auch. Denn seine Leute sind sehr vorsichtig. Wie Chemikant Kenan Everding, der seit 20 Jahren im Werk ist. Sorgfältig legt er seine mit Aluminium beschichtete Schutzkleidung an, bevor er die Tainer befüllt. „In letzter Zeit haben wir deutlich mehr zu tun“, berichtet er. „Die Quantität und die Ansprüche an die Qualität nehmen ständig zu.“ Das aber sei im Hinblick auf die Investitionen ein „echt gutes Gefühl“.

Damit es weiterhin reibungslos läuft, sorgen Jana Meinus und Viktor Reimer im Verfahrenstechnikum für die Prozess-Optimierung. Stimmen Druck, Temperatur, Mengen, Zeit, Ergebnis? Erst im Mai haben die beiden Ingenieure ihre Stelle angetreten. „Wir holen viele junge Leute in unser Team“, sagt Prozess-Leiter Uwe Schneider. In nur 12 Monaten stieg die Zahl der Mitarbeiter von 240 auf 300.

Neue Anlagen in der Planung

Und das Wachstum geht weiter. „Chef-Architekt“ Wolfram Hauk plant mit seinem Team neue Anlagen, die bis 2016 in Betrieb gehen sollen. Keine leichte Aufgabe, da viel „im Bestand“ gebaut wird. „Da müssen wir manchmal dicke Betonböden aufstemmen“, so Hauk.

Eine ausgeklügelte Planung sorgt dafür, dass alte und neue Anlagen zusammen in einen Bau passen. Die Mannschaft hat schon einen Spitznamen dafür: „das U-Boot“.


Info: Chemtura Organometallics

Chemtura Organometallics gehört zum amerikanischen Chemie-Konzern Chemtura. Der Standort Bergkamen (300 Mitarbeiter) in Nordrhein-Westfalen ist auf metallorganische Verbindungen spezialisiert (TMA, DEZ, MAO, TEA). Diese werden in verschiedenen Branchen dringend benötigt, etwa der Photovoltaik-, Elektronik-, Kunststoff- sowie der Pharmazeutischen Industrie.

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang