Chemie im Alltag

„Wir bringen Mobilität und Kommunikation!“


Ohne die Produkte der Deutschen Gasrußwerke fährt kein Auto – und es gäbe auch keine Zeitung

Dortmund. „Keiner kennt uns, jeder nutzt uns.“ Dr. Hans-Dieter Kahleyß, Geschäftsführer der Deutschen Gasrußwerke (DGW), ist stolz auf das schwarze Pulver, das er uns in einem kleinen Gläschen zeigt. „Industrieruß, den wir ,Carbon Black’ nennen, ist reiner Kohlenstoff, daher in keiner Weise gesundheitsschädlich.“

Es gibt Carbon Black in vielen Varianten. Soll es den Kautschuk bei der Reifenherstellung verstärken, hat es an- dere Eigenschaften, als sie beim  Einsatz  in  Industrielacken gefordert sind. Kein Auto würde fahren, keine Zeitung gedruckt, gäbe es Carbon Black nicht. „Wir bringen Mobilität und Kommunikation für alle Menschen“, schildert Kahleyß.

Die Rohstoffe für die Produktion (Öl, Erdgas) werden laufend teurer. „Heute machen sie über 50 Prozent unserer gesamten Kosten aus. Der Rohstoffpreis hat sich in den letzten fünf Jahren vervierfacht.  Aber  diese  Preisexplosion  trifft  ja  alle  Wettbewerber“, erklärt der DGW-Geschäftsführer.

Da ist der nahe Dortmund-Ems-Kanal ein Vorteil fürs Unternehmen. „Auf dem Wasser lässt sich preisgünstig transportieren. Die meisten Rohstoffe kommen per Schiff aus unserer Region und aus den Niederlanden“, sagt Kahleyß.

Leistung erhöht das Monatsgehalt

Die Produktionsanlagen werden ständig modernisiert, ein automatisches Prozessleitsystem sorgt rund um die Uhr für störungsfreie Produktion. Dennoch müssen die Mitarbeiter die Abläufe aus dem Effeff kennen. Lebenslanges Lernen ist gefragt. Und ein leistungsorientiertes Vergütungssystem sorgt in der Belegschaft für Zufriedenheit.

In Mitarbeitergesprächen wird die persönliche Leistungskomponente schriftlich festgelegt. Kahleyß: „So kann es jeden Monat bis zu 7 Prozent vom Tarifgehalt dazugeben.“

Jeder Mitarbeiter bekommt im Monat eine Info-Mail. „Alle Führungskräfte berichten. Umsätze, Einnahmen und Kosten werden genannt. Wir verfolgen eine offene Firmen-Philosophie“, erläutert der Chef.

Auch beim Umweltschutz ist die Firma fit. Die bei der Produktion anfallende Prozesswärme wird an Dortmunder Haushalte weitergeleitet. Und: Laut Gesetz (TA-Luft) dürfte die DGW 50 Tonnen Staub-Emissionen im Jahr an die Luft ausstoßen, tatsächlich sind es nur weniger als fünf Tonnen. „Darauf“, so Dr. Kahleyß, „sind wir richtig stolz.“ Giesbert Wiegel

 

Info: Deutsche Gasrußwerke GmbH & Co.

Das Unternehmen beschäftigt 198 Mitarbeiter, darunter 21 Auszubildende. Die produzieren rund 120.000 Tonnen Carbon Black im Jahr, ein Drittel für den Export. Der Voll-Konti-Betrieb erzielte 2007 rund 100 Millionen Euro Umsatz, 2008 sollen es 20 Millionen mehr werden.

www.gasruss.com

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