Ausbildung

„Wir brauchen langfristig gute Leute“


Gummi Hansen kümmert sich intensiv um den Nachwuchs

Hannover. Und zum Schluss ein Schuss Blau. Schließlich kommt es auch auf die Optik an. Morin Schulz wiegt die Mischungen exakt ab. Genauig­keit ist gefragt. Der Auszubildende der Gummi Hansen GmbH in Hannover sagt: „Ich hatte anfangs nur wenig Vorstellungen von meinem Beruf. Heute bin ich froh, dass ich ihn mir ausgewählt habe.“

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik lernt der 18-jährige Morin. Der Beruf gehört zu den wichtigsten in der Produktion. „Weil man von der Mischung bis hin zum fertigen Produkt für die gesamten Fertigungsabläufe zuständig ist“, erzählt er. Zwei von drei Ausbildungsjahren hat er hinter sich. „Anschließend würde ich natürlich gern bleiben.“ Die Chancen sind nicht schlecht. Denn Gummi Hansen setzt auf den eigenen Nachwuchs – trotz Krise.

Ein Drittel weniger Aufträge Jahr für Jahr, so plant der 75-Mitarbeiter-Betrieb, sollen zwei Auszubildende hinzukommen. „Auch wenn es im Moment nicht so gut läuft – wir brauchen langfristig gute Leute“, sagt Geschäftsführer Ralf Diener.

Um rund ein Drittel sind die Aufträge für den Hersteller von Formteilen, Profilen und Schläuchen zurückgegangen. Viele der Produkte werden unter anderem im Waggonbau genutzt. Doch nach dem Konjunktureinbruch hat die Bahn weniger Güter zu transportieren. Also werden auch weniger Waggons gebaut oder repariert – und das spüren auch die Zulieferer wie Gummi Hansen.

„In der Regel treten unsere Kunden mit einer individuellen Anfrage an uns heran“, beschreibt der Geschäftsführer die besondere Stärke des Unternehmens. „Daraufhin entwickeln wir die nötige Mischung und fertigen das gewünschte Produkt.“

Spezialisiert auf Sonderanfertigungen

Ein Beispiel: Werden in der Automobil-Industrie  frisch lackierte Karossen getrocknet, muss dies in absolut luft­dichten Räumen bei mehr als 200 Grad Celsius geschehen. Gewöhnliche Dichtungen schmelzen. „Wir haben hierfür extrem widerstandsfähige Profildichtungen entwickelt“, so Geschäftsführer Diener. „Die halten bis zu 215 Grad Celsius stand.“

Es wird also nicht von der Stange produziert, wenn die Kunden anrufen. Die kommen aus dem technischen Handel und bedienen alle Industriezweige.

Gummi Hansen ist auf Sonderanfertigungen spezialisiert und will in dieser Nische weiter wachsen. Dazu setzt die Firma verstärkt auf Mitarbeiter wie Morin Schulz. Die Rohstoffe, die er für diese hohen Ansprüche genauestens dosiert, hält das Unternehmen ausreichend vor. „Das ist zwar teuer“, erklärt sein Chef Ralf Diener. „So können wir aber sofort auf die Wünsche des Kunden reagieren und schnellstens liefern.“

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