Wie Zeitarbeit den Aufschwung stärkt


Mancher Erfolg lässt sich nicht so einfach wegwischen: Unternehmen, die zumindest hin und wieder Zeitarbeiter beschäftigen, erzielen laut einer Studie ein höheres Wachstum als die anderen. Foto: dpa

Die Branche beschäftigt bald eine Million Menschen

Berlin. In Deutschland legt die Zeitarbeitsbranche weiter zu: Inzwischen beschäftigt sie rund 870.000 Menschen. Im Herbst dürfte sie sogar zum ersten Mal die Millionengrenze knacken. Davon jedenfalls geht Andreas Dinges aus, Chef des Zeitarbeitsunternehmens Adecco und Vorstandsmitglied im Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP).

Auch wenn es Kritikern nicht gefällt: Ohne diese Beschäftigungsform wäre die deutsche Wirtschaft im letzten Jahr deutlich langsamer aus der Krise gekommen.

Obwohl nur 2 Prozent aller Erwerbstätigen Zeitarbeitnehmer sind, haben diese 2010 ein Siebtel des Wachstums erwirtschaftet. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der IW Consult, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Dafür hatte das Beratungsunternehmen 3.800 Firmen befragt.

Dass viele Betriebe ihre Fertigung im Aufschwung so schnell wieder hochfahren konnten, lag nicht zuletzt an der Zeitarbeit: Im Jahr 2010 entfielen rund drei Viertel des Produktionszuwachses auf Unternehmen, die Zeitarbeit einsetzen. Das waren immerhin 255 Milliarden Euro.

Mit Zeitarbeit mehr Wachstum

Der Grund für den Erfolg ist die hohe Flexibilität. Innerhalb sehr kurzer Zeit kann sich ein Unternehmen auf diese Weise mit dringend benötigten Kräften verstärken. Das schafft Spielraum, um auf Auftragsschwankungen rasch reagieren zu können.

Das belegt die Studie mit einem Vergleich: Während Industrie-Unternehmen, die im vergangenen Jahr zumindest hin und wieder Zeitarbeiter beschäftigten, beim Umsatz im Schnitt um 13 Prozent zulegten, kamen die anderen Firmen nur auf plus 10 Prozent.

Bei Industrie-Firmen mit Export-Aktivitäten war der Unterschied noch größer: Jene mit  Zeitarbeit erzielten einen Zuwachs von 15 Prozent, bei den anderen waren es 8 Prozent.

Auch Zeitarbeitnehmer profitieren: Jeder siebte wurde im vergangenen Jahr direkt vom  Kundenunternehmen übernommen.

 

 

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