Weltgrößter Sprühtrockner entsteht

Wie Wacker die Produktion von Dispersionspulver für die Bau-Industrie steigert

München. Sie lassen Dämmplatten gut auf der Hauswand haften, erleichtern Fliesenlegern die Arbeit und ermöglichen die Herstellung vorgemischter Trockenmörtel: Dispersionspulver des Unternehmens Wacker Chemie in München.

Im vergangenen Jahr verkaufte der Konzern 200.000 Tonnen davon, die Nachfrage steigt rasant. Im bayerischen Burghausen errichten die Münchner deshalb zurzeit für 20 Millionen Euro eine neue Produktionsanlage, einen Sprühtrockner. „Mit einer Jahreskapazität von 50.000 Tonnen wird er der größte, effizienteste und modernste Trockner weltweit“, schwärmt Christoph Riemer, Leiter des Dispersionspulvergeschäfts.

Angefangen hat alles vor 60 Jahren mit einer Tasse Instantkaffee. Als Wacker-Chemiker Max Ivanovits sie trank, kam ihm die Idee: Das schnell lösliche Pulver stellt man her, indem man Kaffee-extrakt das Wasser entzieht – könnte man nicht auf die gleiche Weise ein lösliches Pulver aus wässrigen Dispersionen von Kunststoffen gewinnen? Ivanovits experimentierte und hatte schließlich Erfolg!

Seitdem wird in großen Trocknern die flüssige Dispersion in einen Strom heißer Luft gesprüht. In Sekundenbruchteilen entsteht so das Pulver („Vinnapas“).

Kapazität in China verdoppeln

Heute stecken die Pulver in Trockenmörtel, Bau- und Fliesenklebern, Spachtelmassen und Putzen. Um hier an der Weltspitze zu bleiben, ist die Anlage in Burghausen (geplanter Start 2015) nicht die einzige Erweiterung: In den USA hat Wacker die Kapazität um 30.000 Tonnen erhöht; in China wollen die Münchner sie auf 60.000 Tonnen verdoppeln.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang