Kontra Schwerarbeit

Wie Volvo älteren Kollegen unter die Arme greift


Hameln. Horst Schulzki (60), Facharbeiter bei Volvo Construction Equipment ABG in Hameln, montiert seit 28 Jahren Antriebswellen für schwere Straßenbaumaschinen. Bis vor einiger Zeit war das eine Arbeit mit hohem körperlichem Einsatz: Auf beiden Seiten eines rund ein Meter langen massiven Stahlzylinders mussten mit dem schweren Gummihammer Lager und Lagerdeckel festgeschlagen werden.

„Das waren jedes Mal 25 bis 30 kräftige Schläge“, erinnert sich Schulzki. „Wenn ich abends nach Hause gegangen bin, konnte ich genau spüren, was ich gemacht hatte – das ging wirklich auf die Knochen.“ Dass er das heute noch so leisten könnte, glaubt Schulzki nicht.

Er braucht es auch nicht: Sein Arbeitsplatz wurde ergonomisch neu gestaltet. Den Hammer nimmt er nur noch ausnahmsweise in die Hand: Eine hydraulische Presse drückt die Lagerteile auf die Achse und ein schwenkbarer Kran bewegt die schweren Teile. „Mit diesen Hilfsmitteln“, so Schulzki, „kann ich die Arbeit locker noch ein paar Jahre bis zur Rente machen.“

Manchmal ist es ganz einfach

Genau das möchte Personalleiter Torsten Muscharski erreichen. „Wir haben hier in der Region einen Engpass bei qualifizierten Facharbeitern und beim Nachwuchs.“ Deshalb wolle man „die Arbeitsbedingungen so optimieren, dass wir die Mitarbeiter bis 67 halten können.“

Dass Gesundheitsschutz und Produktivität sich durchaus ergänzen, hat die Firma mit ihren 550 Mitarbeitern in den letzten Jahren bewiesen. Muscharski: „Manchmal helfen ganz einfache Dinge, man muss nur drauf kommen.“

Geholfen habe bei den umgesetzten Maßnahmen die Tatsache, dass der Betrieb Teil des großen Volvo-Konzerns sei. Da könne man auch von den Ideen anderer profitieren. „Wenn wir als mittelständischer Betrieb auf uns allein gestellt gewesen wären, wäre einiges nicht so einfach gegangen, weil wir vielleicht nicht die Ideen gehabt hätten.“

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