Betriebskitas

Wie Siemens Kinder fördert und Eltern beim Wiedereinstieg hilft


Braunschweig. Gleich nach der Elternzeit in Teilzeit zurück in den Job – so hatte es sich Michaela Urbas vorgestellt. Der Haken: Tochter Finja (13 Monate) lässt sich bislang nicht für feste Nahrung begeistern. „Ich stille sie noch voll, das schränkt den Aktionsradius ein.“ Einsteigen wollte die kaufmännische Angestellte trotzdem wieder.

Zum Glück geht ihr Arbeitgeber, Siemens in Braunschweig, da gerade in die Offensive. Ende September eröffnete er die Kita „SieKids Ackermäuse“, direkt auf dem Firmengelände an der Ackerstraße. Für Mitarbeiter wie Michaela Urbas, die schnell zurück in den Job wollen, ist das perfekt. „Ein Anruf, und Minuten später bin ich da“, sagt die Mutter. „Besser geht es nicht!“

Deutschlandweit stellt Siemens seinen Mitarbeitern rund 1.300 Betreuungsplätze an mehr als 20 Standorten zur Verfügung – in SieKids-Betriebskitas oder externen Einrichtungen. Man orientiere sich dabei an den Wünschen der Beschäftigten, erklärt Thorsten Sponholz, Sprecher der Betriebsleitung am Standort für Bahnautomatisierung in Braunschweig: „Wir haben hier eine Umfrage gemacht, die den Bedarf klar gezeigt hat, vor allem den nach Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren.“

Ein Labor für Experimente, und man spricht sogar englisch

Wie in allen SieKids-Kitas werden auch die „Ackermäuse“ schon spielerisch an naturwissenschaftlich- technische Themen herangeführt. „Wir haben ein Labor, wo sie etwa mit Wasser und Licht experimentieren können“, berichtet Kita- Leiterin Ulrike Eberhard von der Fröbel Norddeutschland gGmbH, dem pädagogischen Träger. Und man spricht auch englisch mit den Kindern, hat dafür eigens zwei Muttersprachlerinnen eingestellt. „Als internationalem Konzern ist uns die bilinguale Erziehung sehr wichtig“, sagt Sponholz.

Derzeit werden in der Kita, die von 7 bis 18 Uhr geöffnet ist, die ersten Kinder eingewöhnt. Bei voller Belegung sollen es 85 sein – ein Drittel aus Nicht-Siemens-Familien. „Durch die Öffnung erzielen wir eine gute Mischung, die auch den Kindern guttut“, so Sponholz. Um die Krippenplätze zu schaffen, wurden Gelder von Bund und Land eingesetzt. Die Stadt fördert den laufenden Betrieb der Kita. Den Neubau hat Siemens zum größten Teil selbst finanziert.

Das Unternehmen unterstützt seine Mitarbeiter auch dabei, den Beruf mit der Pflege von Angehörigen zu vereinbaren. Etwa durch Beratungs- und Gesundheitsangebote. Sponholz: „Wir können auf das Know-how unserer Mitarbeiter nicht verzichten – und tun viel, um sie zu halten.“

Fakten

Mitarbeiter von Siemens Foto: Gossmann
Mitarbeiter von Siemens Foto: Gossmann

Siemens in Braunschweig

  • Innerhalb der Siemens AG ist Braunschweig der größte Unternehmensstandort (Foto) für Bahnautomatisierung. Die Beschäftigten entwickeln, produzieren und vertreiben Betriebsleitsysteme, technische Komponenten, Software und Serviceleistungen für den Schienenverkehr.
  • Auch eine von bundesweit 36 Niederlassungen der Vertriebsund Serviceorganisation „Siemens Deutschland“ ist auf dem Firmengelände angesiedelt.
  • Siemens beschäftigt in Braunschweig rund 3.000 Mitarbeiter.

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