Spielerisch die Physik entdecken

Wie sich schon Kindergartenkinder für Technik begeistern lassen

Heidenheim. Finn bläst die Backen auf und kreischt in das Kunststoffrohr, das aus einer Art Trommel herausragt. Erst im zweiten Anlauf gelingt es dem Fünfjährigen, dass sich die Grießkörner auf der Membran bewegen. Tonoskop heißt das Gerät, das Kindern auf einfache Weise Schallwellen sichtbar macht. Es gehört zur Physik-Ausstellung Pikus (Physik für Kindergarten und Grundschule), die Kindern spielerisch naturwissenschaftliche und technische Phänomene nahebringt und zwei Wochen lang in der Heidenheimer Zukunftsakademie zu Gast war.

Die Physik-Schau zum Mitmachen ist ein Baustein, um Kinder schon in jungen Jahren für naturwissenschaftlich-technische Phänomene zu begeistern. Damit will die baden-württembergische Metall- und Elektro-Industrie schon frühzeitig den Grundstein dafür legen, dass sich mehr Jugendliche für eine technische Ausbildung oder ein Studium der Natur- oder Ingenieurwissenschaften entscheiden. In Heidenheim gab es neben Pikus drei weitere Mitmachausstellungen für ältere Schüler bis zur Oberstufe.

Der Arbeitgeberverband Südwestmall fördert schon seit langem Angebote für Schulen und Kindergärten in den sogenannten MINT-Fächern; das sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Technolino – vor zehn Jahren gestartet – ist eines der Projekte.

Es unterstützt die Einrichtung von Forscherecken in Kindergärten und vermittelt Partnerschaften mit Unternehmen, die Kindern einen Einblick in die Arbeitswelt ermöglichen. Inzwischen seien rund die Hälfte aller baden-württembergischen Kindergärten bei Technolino dabei, sagt Maria Leinweber, die beim Bildungswerk BBQ das Projekt in Ostwürttemberg betreut. „Allein bei uns gibt es 120 Technolino-Kindergärten“, erklärt sie. Der Kindergarten von Finn aus dem Ellwanger Stadtteil Rindelbach gehört dazu. Er hat 2008 sogar einen Preis des Deutschen Arbeitgebertags für seine Technolino-Aktionen bekommen, sagt Erzieherin Gabi Schumpf.

Erste technische und wissenschaftliche Zusammenhänge erforschen und erleben dabei nicht nur die größeren Kinder. „Das geht schon bei den Zweijährigen los“, erklärt Schumpf.

Zur Geburtstagsfeier dürfen sich die Technolino-Kinder ein Experiment wünschen

Forschen wird für die Rindelbacher Kinder sogar zum Geschenk. Geburtstagskinder dürfen sich zu ihrer Feier ein Experiment wünschen, das sie dann selbst ausprobieren können.

Selbst ausprobieren – egal ob beim Schäfchenzählen an zwei parallelen Spiegeln oder am Schlauchophon, einem Telefon aus Gartenschläuchen und Trichtern – begeisterte auch die Kinder in der Zukunftsakademie. Und deren Erzieher und Lehrer. Das Interesse an der Physik-Ausstellung sei so groß gewesen, dass gar nicht alle Gruppen einen Termin bekommen konnten, sagt Maria Leinweber.


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