Erfolgreich in der Nische

Wie sich ein Maschinenbauer als Komplettanbieter behaupten kann


Reichenbach an der Fils. Es ist erstaunlich ruhig hier in der Montagehalle, man hört jedes Knistern. Samantha Fellows arbeitet konzentriert, spannt das Metallstück ein und dreht es fest, klopft mit dem Hammer. Was sie bearbeitet, sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, ist jedoch eines der wichtigsten Teile einer Drehmaschine: der Werkzeughalter.

„Das ist die Schnittstelle zwischen der Maschine und den auswechselbaren Werkzeugen“, sagt sie. Nur wenn die Halter absolut sicher und präzise sitzen, kann die Maschine auch das gewünschte Ergebnis produzieren.
Die Industriemechanikerin arbeitet zusammen mit rund 40 Beschäftigten bei den Index-Werken in Reichenbach an der Fils. Die Abteilung ist eine Perle im Unternehmen des Herstellers von CNC-Drehmaschinen.

Am Standort Reichenbach wurden dafür alle Kompetenzen gebündelt: vom Auftragseingang bis zur Abwicklung von Reparaturen. In der Montage arbeiten ausschließlich Facharbeiter, denn alle Halter werden speziell nach Kundenwünschen montiert, rund 2.000 Varianten.

Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten deutlich verbessert

„Wir haben diese Einheit 2008 aufgestellt und sind sehr zufrieden mit dem Erfolg“, sagt Alexander Hoffmann, Produktmanager für Werkzeughalter.

Reichenbach war ursprünglich der Sitz des Unternehmens Traub, das von Index 1997 übernommen wurde. Heute produziert Index an sechs Standorten und beschäftigt weltweit mehr als 2.300 Mitarbeiter, 85 Prozent davon in Deutschland. „Qualität steht bei uns an erster Stelle – und das gilt auch für die Werkzeughalter“, erklärt Hoffmann. Da andere Maschinenbauer diese Teile größtenteils zukaufen würden, sei es gelungen, damit eine echte Nische zu besetzen: Als Komplettanbieter könne sich Index im Wettbewerb gut behaupten, erläutert Hoffmann beim Rundgang durch die Montagehalle.

Hinter jedem Arbeitsplatz stehen blaue Kisten mit den Teilen. Wer seinen Halter fertig montiert hat, bringt ihn zum Prüfraum und testet ihn dort. Erst danach geht das Bauteil in andere Hände. Zum Schluss wird jeder Werkzeughalter von Spezialisten optimal eingestellt. Alles läuft wie am Schnürchen. Zum guten Geschäft trägt auch der Reparaturservice bei: Innerhalb von zwei Stunden nach Auftragseingang wird ein defektes Teil beim Kunden abgeholt und nach maximal fünf Arbeitstagen wieder geliefert.

Benno Baumeister, der die Abteilung leitet, zeigt auf Fotos, wie es früher hier aussah. Dieser Vorher-Nachher-Vergleich macht deutlich, wie übersichtlich und aufgeräumt jetzt alles wirkt. Arbeitsbedingungen, die für die Beschäftigten sehr angenehm sind und es gleichzeitig dem Unternehmen ermöglichen, profitabel zu wirtschaften.

Auch Samantha Fellows weiß das zu schätzen. Sie ist inzwischen fertig mit ihrem Werk und zufrieden. Jetzt macht sie erst mal Mittagspause, draußen an der frischen Luft.

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