Flexibler Service

Wie sich ein Gummi-Hersteller auf die Wünsche der Kunden einstellt


Waltershausen. Gespannt wartet Sandro Frank auf den Augenblick, in dem sich der erste schwarze Zipfel am Doppelschneckenextruder zeigt. Rasch bekommt er ihn zu fassen und sorgt dafür, dass die Bahn gerade läuft. „Die Gummi-Mischung muss eilig zum Kunden“, sagt er.

Und Thomas Haase, Produktionsleiter im Phoenix-Mischwerk Waltershausen, ergänzt: „Vor wenigen Tagen bekamen wir die Anfrage, ob wir nicht einige Tonnen dieser speziellen Rezeptur einschieben könnten.“

Die Thüringer können. Wie fast immer, wenn solche Bitten kommen. Das mag eine Frage der Ehre sein, vor allem aber eine der „richtigen Produktionsorganisation“, sagt Haase. In deren Mittelpunkt steht das einzigartige elektronische Leitstandsystem des Werks.

Eine eigene IT-Abteilung inklusive Programmierern sorgt dafür, dass es ständig leistungsfähiger wird. Alle Produktionsparameter sind sofort offensichtlich: Rohstoffe im Lager etwa, Status der Produktion, Energieverbrauch, kommende Aufträge und ihre Fälligkeit oder die verfügbare Zeit auf den sieben Mischerlinien.

Wenn das klar ist, können immer unerwartete und eilige Aufträge übernommen werden. „Diese Flexibilität für den Kunden ist mir ein besonderes Anliegen“, betont Werkleiter Klaus Faßler. Bei Qualität und Preis lasse der Markt sowieso keinen Spielraum, also bleibe vor allem die Servicequalität, „um sich den Kunden nachhaltig zu empfehlen“.

„Die richtigen Leute an den richtigen Stellen“

Diese Flexibilität muss freilich organisiert sein. Im Rohstofflager etwa: Bei 1.200 aktuellen Rezepturen, rund 300 verschiedene werden monatlich abgerufen, darf keine der Zutaten im entscheidenden Moment fehlen. Alternde Maschinen sind für rasche und effiziente Produktion auch nicht erste Wahl. „Deshalb fließen jährlich einige Millionen Euro in die Modernisierung des Mischwerks“, unterstreicht Faßler.

Im Regelfall sparen diese zudem noch Energie. Wie etwa die große Mikrowelle mit 30 Generatoren, zu der Produktionsleiter Haase die Idee hatte. In der wird Kautschuk für die Produktion vorgewärmt. Statt einiger Tage wie im dampfbeheizten Wärmeraum benötigt die Mikrowelle höchstens 90 Minuten, um den Kautschuk auf Temperatur zu bringen.

„Guter Service lebt vom Engagement der Mitarbeiter“, sagt Klaus Faßler, der eine „sehr motivierte Belegschaft“ hinter sich weiß. Er hat in 42 Jahren im Betrieb vom Job an der Maschine bis ins Chefbüro alle Arbeitsplätze kennengelernt und weiß, was gute Teamarbeit ausmacht: „Nicht jeder kann Werkleiter sein, nicht jeder kann Entsorgung richtig organisieren“, sagt er, „wenn die richtigen Leute an den richtigen Stellen arbeiten und der gegenseitige Respekt stimmt, bleiben wir erfolgreich.“

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