Vorsicht, Explosionsgefahr!

Wie Produkte von Bartec in Risikobereichen Mensch und Umwelt schützen

Bad Mergentheim. Es kann in einer Chemiefabrik passieren. Oder auf einer Bohrinsel. Überall, wo sich zuweilen brennbare Gase in die Luft mischen, reicht ein Kurzschluss – und alles könnte in die Luft fliegen. Gänsehaut? Muss hier keiner haben. Schließlich gibt es Sicherheitstechnik extra für solche Gefahrenzonen. Zum Beispiel aus Bad Mergentheim.

Mitarbeiter haben bis zu 6.000 Ideen pro Jahr

Hier hat der Weltmarktführer Bartec seinen Hauptsitz. Seine 2.000 Mitarbeiter entwickeln und produzieren Tausende verschiedene Produkte, vom Tablet-PC bis zum Barcode-Scanner: alles explosionsgeschützt. Bartec wurde beim Innovationswettbewerb „Top 100“ mehrfach als einer der innovativsten deutschen Mittelständler ausgezeichnet.

Zum Beispiel macht ein neues Spezial-Smartphone die Arbeit in der Gefahrenzone leichter. „Mit einem normalen Handy dürfen Sie eine Ölplattform nicht betreten“, erklärt Ralf Köster, Vorsitzender der Bartec-Geschäftsführung. „Und die explosionsgeschützte Alternative, die es bisher gab, war ein Riesen-Klotz.“ Das neue Modell ist von einem normalen Smartphone kaum zu unterscheiden.

Diese Innovation hat Bartec durch einen Firmenzukauf ins Programm genommen. Viele andere Neuheiten werden in Bad Mergentheim entwickelt. 70 Prozent der Mitarbeiter sind Ingenieure und Techniker. So haben Leute aus der Produktion häufig Einfälle zur Prozessoptimierung. „Pro Jahr gehen bei uns bis zu 6.000 Ideen ein“, freut sich Köster. „Etwa 100 richtig gute nehmen wir dann genau unter die Lupe.“

Regelmäßig gibt es Meetings zur Bewertung der Vorschläge. Mit dabei: alle Gruppenleiter aus der Produktion. „Das funktioniert wie ein Trichter“, beschreibt Köster, „am Ende fließen die besten Ideen heraus.“ Innovativ sein allein reiche nicht. „Ein Produkt muss sich für den Kunden rechnen.“ So kommen pro Jahr bis zu 400 Innovationen heraus, Verbesserungen bestehender Produkte inklusive.

Neu ist auch eine explosionsgeschützte Helmkamera. Sie kann auf einer Ölbohrinsel zum Beispiel gestochen scharfe Aufnahmen vom Riss einer Leitung machen, damit Experten die Bilder aus der Ferne auswerten können und nicht per Hubschrauber hinfliegen müssen.

Hergestellt werden die Problemlöser an 14 Standorten weltweit. „Die Internationalisierung ist unsere Lebensader“, sagt Köster. Die Kunden kaufen bei Bartec auch Mess- und Analysetechnik: zum Beispiel Geräte, die bei der Herstellung von Kerosin dessen Qualität überprüfen.

Rund 80 Prozent aller Produkte sind dennoch „made in Germany“. Das Siegel sei vielen Kunden als Qualitätsgarant wichtig, so Köster: „Es geht in diesem Bereich schließlich um die Sicherheit von Menschen und Umwelt.“


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