So geht Integration

Wie Metall- und Elektro-Betriebe Flüchtlingen beim Neubeginn helfen

Limburg/Bensheim/Frankfurt. Mit 15 Jahren floh Jeyatheepan Ganesalingam 2009 aus seiner Heimat Sri Lanka nach Deutschland. „Als Tamile konnte ich dort nicht in Freiheit leben“, erzählt er in fließendem Deutsch.

Inzwischen hat er hier seinen Realschulabschluss erreicht und bei Limtronik in Limburg eine Ausbildung zum Industrie-Elektriker abgeschlossen – als Bester in Hessen. Jetzt will er noch Industrie-Elektroniker lernen, vielleicht seinen Meister machen. „Hier wird man fair behandelt, es zählen Leistung und Können, nicht Verbindungen“, sagt der 21-Jährige.

Darauf setzt auch Awet Foto Habtay (25). Der ehemalige Mathe-Student floh aus Eritrea: „Hier hoffe ich auf ein selbstbestimmtes Leben.“ Nach Praktikum und Hauptschulabschluss will er eine Ausbildung beginnen. „Wir können den jungen Menschen so helfen, und zudem verbirgt sich hier ein Potenzial, das wir gut gebrauchen können“, sagt Ausbildungsleiter Michael Schwertel.

Ähnlich wird das bei Samson in Frankfurt gesehen. Die Mess- und Regeltechnikspezialisten wollen rund 30 jugendlichen Flüchtlingen eine Einstiegsqualifizierung zur Berufsorientierung ermöglichen. Zudem arbeitet man an einem Patenschaftsprogramm, damit jeder Schützling von einem Mitarbeiter individuell betreut wird. „Wir können jungen Menschen eine Perspektive geben“, betont Samson-Vorstandsmitglied Ingo Koch.

Neben dem Angebot von zusätzlichen Praktikums- und Ausbildungsplätzen helfen Firmen auch mit Sach- und Zeitspenden. So will Opel Fahrzeuge zur Verfügung stellen für Helfer in Flüchtlingsunterkünften. Heike Kopp von Kopp Schleiftechnik in Winterkasten unterrichtet Deutsch in der Zeltstadt in Bensheim: „Es macht Freude, zu erleben, wie schnell die Menschen lernen.“

Allein in diesem Jahr kommen in Hessen über 60.000 Menschen als Flüchtlinge hier an. Für Arbeitsmarkt und Gesellschaft ist die Integration eine riesige Aufgabe. „Aber es kann eine große Chance werden, wenn wir vieles sehr viel besser machen als in der Vergangenheit“, betont Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Gefragt seien kluge und alltaugstaugliche Lösungen. Wichtig sei rasche Einbindung in Bildung und Arbeit sowie die Verpflichtung auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, religiöse Toleranz und die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Unter dem Link vhu.de kann die VhU-Position ausführlich nachgelesen werden.


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