Satellitentechnik

Wie man mit dem Himmel kommuniziert


Das Unternehmen Tesat-Spacecom sorgt für blitzschnellen Informationsaustausch im All

Backnang. Es gibt Leute, die holen auf wundersame Weise Informationen vom Himmel. In nur einer Sekunde empfangen sie aus der Luft Datenmengen, die 200.000 Din-A4-Seiten füllen. Zum Beispiel mit Daten über die Eismassen an den Polen, über den Verkehr in New York oder das Wetter in Timbuktu. Diese Menschen revolutionieren gerade die Datenübertragung im All. Und zwar vom schwäbischen Backnang aus.

Dort ist das Raumfahrt-Unternehmen Tesat-Spacecom mit seinen 950 Mitarbeitern zu Hause. Es hat ein „Kommunikationsterminal“ entwickelt, das per Laser riesige Datenmengen von Satellit zu Satellit und zur Erde „beamt“. Eine Sensation: In acht Sekunden ist der Inhalt einer DVD übertragen, über zehnmal schneller als bisher per Radar.

„Die Datenmengen explodieren“, erklärt Frank Heine, der Leiter der „Systemgruppe Laserterminal“, den Hintergrund. „Früher hatten die Kameras auf Satelliten eine Auflösung von einem Megapixel, heute haben sie 50 und mehr.“ Da ist beim konventionellen Übertragungsweg Geduld nötig, um die Unmengen scharfer Bilder und hoch aufgelöster Radar-Daten abzurufen, die Erdbeobachtungssatelliten wie der „TerraSAR-X“ produzieren. Bis jetzt funken sie die Daten aufwendig an viele Bodenstationen, die sie überfliegen.

Fertigung unter Reinraum-Bedingungen

Der Laser-Physiker Heine ist 1997 von Hannover nach Backnang gezogen, überrascht, dort einen so ausgeprägten Hightech-Standort vorzufinden. Sein Team arbeitet schon seit 13 Jahren an der Laser-Methode. Jetzt steigt die Europäische Raumfahrtorganisation Esa darauf ein: Ab 2012 will sie die Terminals auf mindestens acht Erdbeobachtungssatelliten einsetzen.

Die Geräte haben die Maße eines großen Koffers. Dieser Auftrag sorgt bei Tesat für Hochbetrieb: Vom Auftragseingang bis zur Lieferung vergehen rund 22 Monate, allein die Tests dauern viele Wochen. Die Terminals müssen während ihrer Dienste im All riesige Temperaturschwankungen aushalten und äußerst zuverlässig sein. Gebaut werden sie unter Reinraum-Bedingungen.

Auch mit seinen anderen Kommunikationsgeräten ist Tesat Weltspitze: 5.000 befinden sich bereits im Orbit, vor allem Verstärker für Funksignale. Heine: „Die Hälfte aller Fernsehkanäle wird mit Tesat-Geräten gesendet.“ Die Firma hält 90 Patent-Familien.

Für 2010 ist Geschäftsführer Peter Schlote zuversichtlich: „Wir wachsen weiter und stellen Mitarbeiter ein.“ Die Anforderungen sind allerdings hoch. So muss nahezu jeder Mitarbeiter richtig gut in Englisch und Mathe sein.

Das Unternehmen Tesat-Spacecom sorgt für blitzschnellen Informationsaustausch im All

Backnang. Es gibt Leute, die holen auf wundersame Weise Informationen vom Himmel. In nur einer Sekunde empfangen sie aus der Luft Datenmengen, die 200.000 Din-A4-Seiten füllen. Zum Beispiel mit Daten über die Eismassen an den Polen, über den Verkehr in New York oder das Wetter in Timbuktu. Diese Menschen revolutionieren gerade die Datenübertragung im All. Und zwar vom schwäbischen Backnang aus.

Dort ist das Raumfahrt-Unternehmen Tesat-Spacecom mit seinen 950 Mitarbeitern zu Hause. Es hat ein „Kommunikationsterminal“ entwickelt, das per Laser riesige Datenmengen von Satellit zu Satellit und zur Erde „beamt“. Eine Sensation: In acht Sekunden ist der Inhalt einer DVD übertragen, über zehnmal schneller als bisher per Radar.

„Die Datenmengen explodieren“, erklärt Frank Heine, der Leiter der „Systemgruppe Laserterminal“, den Hintergrund. „Früher hatten die Kameras auf Satelliten eine Auflösung von einem Megapixel, heute haben sie 50 und mehr.“ Da ist beim konventionellen Übertragungsweg Geduld nötig, um die Unmengen scharfer Bilder und hoch aufgelöster Radar-Daten abzurufen, die Erdbeobachtungssatelliten wie der „TerraSAR-X“ produzieren. Bis jetzt funken sie die Daten aufwendig an viele Bodenstationen, die sie überfliegen.

Fertigung unter Reinraum-Bedingungen

Der Laser-Physiker Heine ist 1997 von Hannover nach Backnang gezogen, überrascht, dort einen so ausgeprägten Hightech-Standort vorzufinden. Sein Team arbeitet schon seit 13 Jahren an der Laser-Methode. Jetzt steigt die Europäische Raumfahrtorganisation Esa darauf ein: Ab 2012 will sie die Terminals auf mindestens acht Erdbeobachtungssatelliten einsetzen.

Die Geräte haben die Maße eines großen Koffers. Dieser Auftrag sorgt bei Tesat für Hochbetrieb: Vom Auftragseingang bis zur Lieferung vergehen rund 22 Monate, allein die Tests dauern viele Wochen. Die Terminals müssen während ihrer Dienste im All riesige Temperaturschwankungen aushalten und äußerst zuverlässig sein. Gebaut werden sie unter Reinraum-Bedingungen.

Auch mit seinen anderen Kommunikationsgeräten ist Tesat Weltspitze: 5.000 befinden sich bereits im Orbit, vor allem Verstärker für Funksignale. Heine: „Die Hälfte aller Fernsehkanäle wird mit Tesat-Geräten gesendet.“ Die Firma hält 90 Patent-Familien.

Für 2010 ist Geschäftsführer Peter Schlote zuversichtlich: „Wir wachsen weiter und stellen Mitarbeiter ein.“ Die Anforderungen sind allerdings hoch. So muss nahezu jeder Mitarbeiter richtig gut in Englisch und Mathe sein.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang