Papierverarbeitung: Displays & Co.

Wie man Luxus perfekt präsentiert


Viersen. Fotografieren in der Produktion? Bei Kohlschein ist das gar nicht so einfach. Denn in diesem Betrieb in Viersen am Niederrhein begegnet man überall neuesten Werbematerialien bekannter Luxus-Marken! Und egal, um welche Duft- oder Kosmetik-Kreation es da geht: Zunächst ist alles ganz geheim und erst in ein paar Wochen zu besichtigen, etwa in den Schaufenstern von Parfümerien und Edel-Kaufhäusern.

Kohlschein versteht sich als Partner von Luxus- und Markenartiklern: Viele bekannte Namen setzen auf die Spezialisten aus Viersen. Aber auch Werbeagenturen, der Papier- und Pappenhandel sowie die grafische Industrie wissen das breite Angebot des Familienunternehmens zu schätzen, das sich um Produktwerbung und Dienstleistung dreht.

Produktion und Konfektionierung sind ungewöhnlich breit aufgestellt

Das Spektrum reicht von der Lohnfertigung bis zum kompletten Service rund um selbst entwickelte Displays – Auslieferung an den Einzelhandel inklusive.
„Wir tanzen gleichzeitig auf sehr vielen Hochzeiten“, freut sich Oliver Höflich. Der Firmenchef ist ein Urenkel von Ewald Kohlschein, der das Unternehmen 1932 gegründet hat. Heute erwirtschaften 190 Mitarbeiter gut 23 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Ausgebildet werden Industriekaufleute, Packmitteltechnologen und Mediengestalter.

Wie vielfältig der Betrieb aufgestellt ist, zeigt sich beim Rundgang durch die Produktion: Da werden für den Papiergroßhandel riesige Rollen bunten Kartons auf handliches Bogenmaß zugeschnitten, da werden zwei Lagen poppiges Papier zu einer stärkeren Qualität für Briefpapier und Kuverts verklebt. Eine andere Maschine kaschiert Bogen mit Fotokarton, die zu individuellen Memory- oder Puzzle-Spielen weiterverarbeitet werden. Wieder eine andere Anlage beklebt große Display-Pappen mit Druckbogen.
Diese Pappen produziert Kohlschein selbst, in verschiedenen Stärken, und verkauft sie auch an andere Firmen der Branche.

Auch die Konfektionierung hat einiges zu bieten: Gerade werden zum Beispiel 4.000 Theken-Displays mit kleinen schwarzen Aufstellern aus Metall bestückt. Ein paar Tische weiter brechen Kirsten Kieslinger und Ida Ittermann Tausende von Gutschein-Karten aus fein gestanzten Druckbogen aus. Sie sind beide in Teilzeit beschäftigt und passen ihre Arbeitszeit von knapp 60 Stunden pro Monat der Auftragslage an.

„Die Arbeit macht Spaß – und solange meine Kinder klein sind, ist so ein Teilzeitjob für mich ideal“, sagt Kieslinger. „Obwohl wir hier flexibel im Einsatz sind, um die Auftragsspitzen abzufangen, lässt sich das alles auch privat ganz gut organisieren“, bestätigt ihre Kollegin Ittermann.

Generell ist die Konfektionierung eine Domäne der Frauen: „Sie zeichnen sich durch ein hohes Qualitätsgefühl aus, durch Fingerfertigkeit – aber auch durch Geduld und Ausdauer. Und all das braucht man bei dieser Arbeit“, erklärt Firmenchef Höflich. Mal müssen da Kordeln geschnürt oder bunte Punkte exakt aufgeklebt werden, mal werden Tüten gefüllt, mal Displays aus mehreren Einzelteilen arrangiert und verpackt.

Diese Abwechslung liebt Gabi Oosterman, die schon seit 16 Jahren in der Konfektionierung arbeitet. Beim Shoppen begutachtet sie oft die Displays in den Auslagen: „Ich sehe sofort, ob da viel Arbeit drinsteckt – und bin natürlich stolz, wenn ich unsere eigenen entdecke!“

Viele Displays werden selbst entwickelt

Für Höflich bestätigen solche Äußerungen das hohe Qualitätsbewusstsein seiner Mitarbeiter. „Luxusprodukte müssen perfekt bis ins kleinste Detail präsentiert werden“, sagt er, „und das heißt eben für ein Display auch: perfekt verarbeitete Ecken und Kanten.“

Viele der Edel-Aufsteller werden in der hauseigenen Kreativabteilung entwickelt und konstruiert, in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Kunden.

Ausgefallene Konstruktionen etwa zur Präsentation von Lippenstiften, Schmuck, Brillen oder Handys entstehen zunächst am Computer und werden dann als Weißmuster gefertigt, ehe sie schließlich in Serie gehen.

Das freut dann nicht nur den Auftraggeber: „Für alle Beteiligten ist es immer wieder ein tolles Gefühl“, sagt Höflich, „wenn ein edles Produkt durch uns seinen richtigen Rahmen bekommen hat.“

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