Altgummi für Böden und Matten

Wie Kraiburg Relastec seine Produktion voranbringt

Salzwedel. Maschinenführer Guido Stowitschek hat die großen Rollen der Anlage fest im Blick: Vor seinen Augen wickelt sich eine breite Gummibahn auf, die von einem großen Gummizylinder abgeschält wird. Daraus entstehen bei Kraiburg Relastec in Salzwedel (Sachsen-Anhalt) später Gummimatten und -platten.

Das Werk in Salzwedel gehört zum bayerischen Familienkonzern Kraiburg mit weltweit mehr als 2.100 Mitarbeitern. Am Standort arbeiten circa 240 Leute. Das Material verarbeiten sie zum Beispiel zu Sportböden für Fitness-Studios. „Es ist sehr lange haltbar, äußerst belastbar, wasserunempfindlich, und ansehnlich ist es noch dazu“, sagt Stowitschek.

Die Beläge kommen auch als Fallschutz auf Spielplätzen, als rutschfeste Böden für die Pferdehaltung, als Trittschalldämmungen auf dem Bau, als Schutzplatten für Wartungswege auf Flachdächern und sogar als Antirutsch-Matten in Lastwagen zum Einsatz.

Zu über 90 Prozent bestehen die Produkte aus Recycling-Granulat. Das sind Gummi-Materialien wie etwa geschredderte Altreifen oder Produktionsreststoffe, die bei Verarbeitern bundesweit anfallen. Das schont die Umwelt.

Die Geschäfte laufen gut: Produziert wird rund um die Uhr. Jahr für Jahr gehen so rund 85.000 Tonnen Gummi-Recycling-Produkte auf die Reise. „Wir liefern in mehr als 100 Länder, der Exportanteil liegt bei über 70 Prozent“, berichtet Geschäftsführer Georg Stockhammer.

Dank der hohen Auslastung steht eine Erweiterung der Produktion an: „Wir investieren rund 6 Millionen Euro in eine neue Granulier- und Fertigungshalle, in neue Maschinen und Anlagen sowie in die Infrastruktur“, sagt Stockhammer. Geplant sei künftig neben der Gummiproduktion auch die Verarbeitung von geschäumten Materialien aus Polyurethan.

Gut ein Siebtel der Investitionssumme schießt Sachsen-Anhalt aus dem Fördertopf zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur zu. Mittelfristig sollen mindestens 27 neue Jobs entstehen, und bei der Vergabe der Bauarbeiten sollen „möglichst Unternehmen aus der Region zum Zuge kommen“, so Stockhammer.

Die Produkte werden stetig verbessert

Erfolgreich sei das Unternehmen auch, weil sich „niemand auf den einmal errungenen Lorbeeren ausruht“, betont der Chef. Forschung wird großgeschrieben: Sieben Mitarbeiter in der Produktentwicklung sorgen dafür, dass sich die Materialien stetig verbessern und mit den steigenden Ansprüchen der Kunden mithalten können.

Dass das funktioniert, zeigen die steigenden Absatzzahlen. Und auch die Würdigung im vergangenen Jahr mit einem Sonderpreis beim bundesweiten Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung in Berlin.


Schon gewusst?

Foto: Sturm
Foto: Sturm

So entstehen Gummimatten

Alle Produkte aus Salzwedel bestehen zu über 90 Prozent aus Produktionsreststoffen oder Reifengummi.

Zunächst muss das Material zerkleinert (granuliert) werden.

Es gilt: Je höher die Korngröße, desto weicher wird das Produkt.

Dem Granulat werden Zuschlagstoffe wie etwa ­Pigmente sowie ein spezielles Bindemittel beigegeben und unter Wärmezufuhr in Form gepresst.

Nach dem Auskühlen kann das Material weiterverarbeitet werden.

Die langen ­Gummibahnen werden von mehreren Tonnen schweren, sogenannten Gummizylindern abgeschält.

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