Schluss mit dicken Hintern

Wie Evonik Windeln und Co. immer dünner macht

Krefeld. Früher war eine Packung Windeln ein Riesending: Um die Wochenration zu transportieren, brauchte man einen Kombi. Heute passt alles in die Einkaufstüte. Und jetzt werden die Höschen noch kleiner: Das Spezialchemie-Unternehmen Evonik steckt dafür 1 Million Euro in ein Anwendungstechnik-Zentrum am Standort Krefeld.

Möglich macht’s die Forschung über sogenannte Superabsorber: Das sind weiße Kunststoff-Kügelchen aus wasserunlöslichen, schwach vernetzten Polymeren. Das weiße Pulver saugt das 500-Fache seines eigenen Gewichts an Flüssigkeiten wie ein Schwamm auf. Doch es gibt das Nass selbst unter hohem Druck nicht wieder ab, sondern wandelt es in ein Gel um.

Wog ein Babyhöschen vor 30 Jahren 100 Gramm, bringt es heute nur noch 40 Gramm auf die Waage. Da ist noch nicht Schluss: Ziel sind ultradünne Hygieneprodukte, die sich von einer normalen Unterhose optisch nicht unterscheiden. Das würde den Tragekomfort wie auch den Rohstoffverbrauch weiter verbessern und die Verpackungs- und Transportkosten sowie Abfallmengen verringern.

Kügelchen für 40 Milliarden Windeln im Jahr

Dazu entwickeln Forscher und Anwendungstechniker Superabsorber, die noch mehr Flüssigkeit speichern können. Im neuen Labor prüfen sie Windeln an Baby- und Erwachsenenpuppen unter realen Bedingungen: Wie schnell wird die Flüssigkeit aufgenommen?

Evonik ist einer der größten Hersteller von Superabsorbern (Favor) weltweit: Jährlich landen sie in mehr als 40 Milliarden Babywindeln, aber auch in Damenbinden und in Inkontinenzeinlagen für Senioren.


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