Tolle Experimente

Wie Erzieherinnen Kinder für Naturwissenschaften begeistern


Baden-Baden. Was passiert eigentlich, wenn man ein Stück Würfelzucker ins Wasser legt? Das wollen Kinder im Naturwissenschaftsraum des Scherer Kinder- und Familienzentrums in Baden-Baden erforschen.

Zunächst schaut Vincent (6) den Zucker durchs Mikroskop an: „Das glitzert ja und ist kristallig“, ruft er verwundert. Antonia (6) greift professionell zur Pipette und färbt ihr Zuckerstück mit gelber Lebensmittelfarbe ein, dann legt sie es auf einen Teller mit Wasser.

Ihre Schwester Matilda (4) ist schon einen Schritt weiter: Gespannt beobachtet sie, wie sich ihr blau eingefärbter Würfel langsam im Wasser auflöst. „Die Kinder sind neugierig und lieben solche Experimente“, erklärt Erzieherin Lea Schmitt. „Hier können sie viele Dinge selbst ausprobieren.“

Ihre Kollegin Julia Petit ergänzt: „Wenn wir zum Beispiel gemeinsam eine Luftballon-Rakete bauen, dann hinterlässt das einen nachhaltigen Eindruck bei den Kindern. Sie erzählen noch lange davon und fragen immer wieder, ob wir das noch mal machen.“

Kinder beobachten viel genauer, da können die Erwachsenen was lernen

Für das nötige Know-how haben sich die beiden Erzieherinnen über die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ in Berlin weitergebildet. Die Initiative unterstützt Pädagogen dabei, Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter an Naturwissenschaften heranzuführen. Die Maßnahme beinhaltet verschiedene Experimente für Kinder und erklärt den Hintergrund der Handlungen. Zudem ermöglicht sie einen regen Austausch mit Kollegen aus der Region. Einrichtungen, die regelmäßig daran teilnehmen und Experimente anbieten, dürfen sich „Haus der kleinen Forscher“ nennen. Und erhalten ein Zertifikat.

Die Miniforscher des Scherer-Zentrums färben eifrig Zuckerstück um Zuckerstück und legen sie ins Wasser. „Der Zucker ist ja weg!“, ruft Elina (5) und rührt zur Sicherheit noch mal um. Sophia (6) bestätigt: „Meiner ist auch nicht mehr da.“ Auch Diana findet keinen Würfelzucker mehr und stellt nachdenklich fest: „Aber die Farbe verteilt sich im Wasser.“

Jetzt wird gemeinsam überlegt, was passiert ist. Während der kleinen Besprechung gibt es gesüßten und ungesüßten Tee. Und nun können die kleinen Forscher auch erklären, warum man zwischen den beiden Tees keinen Unterschied sieht, wohl aber schmeckt: „Der Zucker hat sich aufgelöst“, erklärt Vincent und nimmt noch einen Schluck. „Kinder beobachten viel genauer, da können wir Erwachsenen uns etwas abschauen“, findet Erzieherin Schmitt. Die 25-Jährige betreut das Projekt seit zwei Jahren. Besonders beliebt ist der „Vulkan im Sandkasten“, eine Reaktion aus eingefärbtem Backpulver und Essig. „Das schäumt unglaublich“, weiß Kollegin Petit.

Ob sich ein Experiment für die Kinder eignet, entscheiden die Nachwuchsforscher selbst: „Wenn es langweilig oder zu kompliziert ist, machen sie einfach nicht mit“, sagt Schmitt.

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