Standortwechsel von Eurocopter

Wie ein Umzugsprofi ein ganzes Hubschrauber-Werk verlagert


Alles im Blick: Matthias Obermayer prüft mit Bauleiter Edgar Schropp (links), welche Fortschritte der Neubau macht. Foto: Puchner

Donauwörth. Ausmisten, Kisten packen, Deckel zu und ab in den Laster. Ganz so leicht geht es nicht, wenn statt einer Familie gleich ein ganzer Standort mit allen Mitarbeitern umzieht – wie jetzt im Hubschrauber-Konzern Eurocopter.

Nicht nur Couch und Kinderzimmer müssen mit. Auch tonnenweise technisches Gerät und Büros, das weiß Matthias Obermayer (61). Der Manager ist verantwortlich für das Systemhaus-Projekt. Damit führt die deutsch-französische Firma Entwicklung, Fertigung und Wartung der Hubschrauber in der Zentrale in Donauwörth zusammen.

Ab 2013 ziehen rund 850 Mitarbeiter vom bisherigen Standort Ottobrunn im Süden von München nach Nordschwaben um. In nur zwei Jahren hat Eurocopter dort ein neues Entwicklungszentrum hochgezogen.

Modernisiert und neu organisiert

Noch sind die Hallen leer, doch der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Obermayer trägt Helm und Warnweste überm Anzug und erklärt, was wohin kommt. „Sieht aus wie ein Schwimmbad“, sagt er und deutet auf ein Betonbecken im Erdgeschoss. Ein Teststand wird daraus, der die Kräfte misst, die in der Luft und beim Landen auf die Hubschrauber wirken.

Daneben entstehen Autoklaven – Superöfen, in denen Leichtbauteile aus Karbon „verbacken“ werden. Den Strom liefert unter anderem ein neues Blockheizkraftwerk. „Ottobrunn eins zu eins zu übertragen, war uns zu wenig“, sagt Obermayer. Mit dem Umzug wird modernisiert, Abteilungen werden neu organisiert.

Die Elektrik-Konstrukteure etwa waren bisher auf sechs Gebäude verteilt. Künftig sitzen alle unter einem Dach. „Insgesamt bewegen sich 2.000 Mitarbeiter“, so Obermayer. „Trotz der großen Umstellung sind immer mehr überzeugt, dass das Projekt richtig und wichtig ist.“ Der Manager weiß, was umziehen heißt: Dreimal hat er für die Firma den Wohnort gewechselt.

Eigene Kita und Jobbörse für Partner

„Nach Indien war es am leichtesten, da war unsere Tochter erst drei Monate alt“, erinnert er sich. Auch die deutschen Standorte kennt er gut. Er war 23 Jahre in Ottobrunn, seit 12 Jahren wohnt er mit Familie in Donauwörth, wo er zuletzt Kundendienst-Leiter der zivilen Hubschrauber war.

Obermayer will den Umzug allen möglichst leicht machen. Seine zehn Mitarbeiter wissen, wo es Bauplätze gibt, kennen sich mit Schulen, öffentlichen Kindergärten, der firmeneigenen Kita und der Jobbörse für Ehepartner aus.

Obermayer denkt auch an jene, die zunächst pendeln: Zwei Tage pro Woche von zu Hause arbeiten ist erlaubt. In Donauwörth stehen Gästehäuser bereit. Mit Erfolg kämpfte Eurocopter für den Erhalt der ICE-Verbindung nach München. An der Genehmigung eines Fußgängertunnels, der vom Bahnhof aufs Firmengelände führt, arbeitet Obermayer noch.

Um den Überblick zu behalten, startet der Hobbypilot auf dem Flugplatz Donauwörth im Motorflieger manchmal in die Luft. „Luftfahrt-Fans sollten sich in Donauwörth zu Hause fühlen.“

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Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Flugzeuge haben mich schon als kleiner Junge interessiert. Mit 14 Jahren habe ich beschlossen, Luftfahrttechnik zu studieren – und das später dann auch gemacht.

Was reizt Sie am meisten?

Die Komplexität meines jetzigen Projekts. Es ist ein schönes Gefühl, dazu beizutragen, dem Standort eine gute Perspektive zu geben. Es freut mich, dass ich hier etwas Neues aufbauen kann.

Als Projektleiter muss ich kreativ sein, optimistisch bleiben und andere Menschen begeistern.

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Eurocopter Deutschland GmbH

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Eurocopter Deutschland GmbH
Industriestraße 4
86609 Donauwörth

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