Interview

Wie ein Mittelständler seine Azubis motiviert

Gut betreut: Ausbilder Torsten Merten mit Azubis. Foto: Werk

Hamm. Die Industrie benötigt Nachwuchs, doch jeder vierte Azubi bricht seine Ausbildung ab, so die jüngsten Zahlen aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Wie man junge Leute bei der Stange hält, erklärt Torsten Merten, Ausbildungskoordinator beim Holzlack-Spezialisten Hesse Lignal in Hamm.

Bei Ihnen lernen zurzeit 40 junge Leute, das sind gut 10 Prozent der Belegschaft. Wie viele von denen werden bis zum Schluss durchhalten?

Vermutlich alle, wir tun unser Bestes dafür.

Und das wäre?

Jeder sollte schon vorher wissen, was er werden möchte. Deshalb informieren wir die Lehrer und Berufsberater über unsere Ausbildungsberufe. Dazu bieten wir für die Schüler den Girls’ Day, Aktionstage wie das Laborschnuppern sowie Praktika an und nehmen bei Ausbildungsmessen Kontakt auf.

Wer dort aber nicht dabei war?

Dem helfen wir spätestens im Vorstellungsgespräch mit gezielten Fragen, Einstellungstests und einem Assessment Center.

Und dann sind alle Pro­bleme behoben?

Schön wär’s. Man muss die jungen Leute schon durchgehend begleiten. Bei uns starten die Azubis zum Beispiel mit einem Einführungsseminar in einer Jugendherberge.

Klingt nach Party …

Spaß macht es schon, aber wir vermitteln auch Regeln. Und die Gruppe lernt sich kennen, das ist uns dabei besonders wichtig.

Was passiert während der Ausbildung?

Da heißt es nicht Kaffee kochen und kopieren, sondern ran an die Prozesse. Dabei achten wir sehr auf Teamarbeit. Außerdem haben wir knapp 40 Ausbildungs-Paten, die unsere Azubis in den Abteilungen unterstützen.

Wie kann ein Pate konkret helfen?

Ein Azubi in der Personalabteilung hatte zum Beispiel Probleme mit Mathe und Excel. Der bekam dann sofort von seiner Patin Nachhilfe.


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