RSS Feed abonnieren
Feedback senden

Mitarbeiter des Monats

Wie ein Mercedes-Mitarbeiter Karriere als Fußball-Schiedsrichter machte

Peter Gagelmann (50) aus dem Kundencenter von Mercedes-Benz in Bremen war 15 Jahre lang Bundesliga-Schiedsrichter. Heute coacht er den Nachwuchs, gibt Seminare und ist ein gefragter Experte beim Fernsehsender Sky.

Am Arbeitsplatz bei Mercedes: Der Bremer Peter Gagelmann. Foto: GUS

Am Arbeitsplatz bei Mercedes: Der Bremer Peter Gagelmann. Foto: GUS

Pokalspiel: Peter Gagelmann klärt beim DFB-Finale Bayern-Dortmund am 12. Mai 2012 eine Situation mit Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels und Jérôme Boateng (von links). Foto: GES/Helge Prang

Pokalspiel: Peter Gagelmann klärt beim DFB-Finale Bayern-Dortmund am 12. Mai 2012 eine Situation mit Bastian Schweinsteiger, Mats Hummels und Jérôme Boateng (von links). Foto: GES/Helge Prang

Starke Persönlichkeit: Fußball-Experte Peter Gagelmann beim TV-Sender Sky. Foto: Breuel-Bild/ABB

Starke Persönlichkeit: Fußball-Experte Peter Gagelmann beim TV-Sender Sky. Foto: Breuel-Bild/ABB

An den 12. Mai 2012 kann sich Peter Gagelmann noch gut erinnern. Borussia Dortmund gewann mit 5:2 das DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Bayern München – und Gagelmann leitete die Partie. „Es war ein sehr emotionales Match mit sieben Toren und zwei Strafstößen, und trotzdem hat hinterher niemand über den Referee gesprochen“, erzählt er. „Das spricht doch für sich.“

Der sportliche Bremer war Schiedsrichter mit Leib und Seele. Für jedes von ihm geleitete Match – darunter 214 Bundesliga- und 40 Pokalspiele – sei er dankbar, sagt er. „Herausheben möchte ich aber keins. Alle waren ein Erlebnis“, so der 50-Jährige.

Fußball ist für Gagelmann mehr als nur eine Leidenschaft. „Ich liebe den Sport und habe schon 1985 mein erstes Spiel gepfiffen.“ Der junge Referee begann wie alle Anfänger in der Kreisklasse und stieg dann Jahr für Jahr höher. Mit 21 leitete er bereits sein erstes Spiel in Bremens höchster Amateurklasse.

Sein Talent blieb den Verantwortlichen beim Deutschen Fußball-Bund nicht verborgen, und so durfte er 1998 mit 30 Jahren sein erstes Zweitligaspiel leiten. Zwei Jahre später debütierte er im Match MSV Duisburg gegen Arminia Bielefeld als Bundesligaschiedsrichter.

Aktive Unterstützung durch den Arbeitgeber

Zu diesem Zeitpunkt war er schon seit etwa zehn Jahren bei Mercedes in Bremen, wo er den Beruf des Feinblechners gelernt hatte. „Den gibt es gar nicht mehr“, sagt er. „Heute würde man wohl eine Lehre zum Konstruktionsmechaniker machen.“

Ende der 90er Jahre wechselte Gagelmann ins Veranstaltungsmanagement des Mercedes-Kundencenters, wo er heute noch arbeitet. „Ich hatte das Glück, dass meine Tätigkeit als Schiedsrichter vom Arbeitgeber sehr wohlwollend begleitet wurde. Sonst wäre diese nebenberufliche Karriere wohl auch kaum möglich gewesen.“

Denn natürlich war der Schiri-Job mit viel Aufwand verbunden. Gagelmann nahm Urlaub, reduzierte vorübergehend seine Arbeitszeit und bummelte Überstunden ab, um Spiele zu leiten und an der eigenen Fitness zu arbeiten. Kraft- und Konditionstraining sind ein Muss, wenn man immer auf Ballhöhe bleiben will.

Gefragter Experte und Nachwuchs-Coach

Warum hat er eigentlich keine eigene Kickerkarriere angestrebt? „Ich mag Sport und übernehme gern Verantwortung“, sagt er. „Schiedsrichter-Arbeit hat auch mit Persönlichkeit und Kommunikation zu tun. Außerdem möchte ich, dass alles nach fairen Regeln läuft. Deshalb meine Entscheidung für den Referee.“

Mit 47 haben Schiedsrichter laut DFB die Altersgrenze erreicht. Gagelmann ist also schon seit drei Jahren nicht mehr aktiv an der Pfeife, aber zurückgezogen hat er sich deshalb noch lange nicht. Er coacht den Nachwuchs, gibt Seminare und ist ein gefragter Experte beim Bezahlsender Sky.


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zum Anfang