Wachstumsstory

Wie ein Landmaschinenhersteller den Umsatz verzehnfacht


Schwandorf. Von 2003 bis 2012 das Geschäft glatt verzehnfacht: Der Oberpfälzer Landmaschinenhersteller Horsch ist mit einem Wahnsinnstempo gewachsen. Nicht einmal die allgemeine Konjunkturkrise vor drei, vier Jahren konnte das Unternehmen bremsen.

2012 erzielte es einen Jahresumsatz von 230 Millionen Euro. Und die Zahl der Mitarbeiter im Stammwerk auf Gut Sitzenhof bei Schwandorf hat sich seit zehn Jahren auf 450 mehr als verdreifacht. Mit der vor sechs Jahren gebauten Fabrik in Ronneburg (Thüringen) sind es fast 1.100 Beschäftigte.

„Im Rückblick bin ich selbst erstaunt, wie schnell das alles ging“, sagt Philipp Horsch, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Familienunternehmens. Für das rasante Wachstum nennt er vor allem zwei Gründe. Zum einen investieren die Landwirte rund um den Globus kräftig in moderne Technik. Denn die Weltbevölkerung wächst, und wegen des steigenden Wohlstands sind mehr und bessere landwirtschaftliche Produkte gefragt.

Dass ihr Unternehmen zu anderen im Branchenvergleich überdurchschnittlich stark zulegt, begründet Horsch selbstbewusst mit gutem Marketing und Innovationskraft: „Wir setzen Technik-Trends für Maschinen zum Säen und zum Bearbeiten von Böden.“

„Die Böden werden besser und schonender durchmischt“

Seit seiner Gründung im Jahr 1984 baut Horsch auf das sogenannte reduzierte Verfahren, nämlich ohne Pflug den Ackerboden zu wenden. „Damals war das noch eine Nische“, berichtet der Chef, „und wir waren in den Augen mancher Konkurrenten die Spinner. Doch mittlerweile werden 60 Prozent der Getreidefläche in Deutschland auf diese Art bewirtschaftet.“ So würden Böden besser und schonender durchmischt als mit dem Pflug, erklärt Horsch.

Die leuchtend roten Bearbeitungsmaschinen arbeiten so: Zuerst zerkleinen messerscharfe Metallscheiben die Strohreste der vorigen Ernte; dann durchmischen Stahlzinken alles gründlich; schließlich verfestigt die Reifen-Reihe am Ende den Boden.

In Europa ist die Firma Marktführer für solche Maschinen, sagt der Geschäftsführer. Sein Erfolgsrezept: „Wir sind selbst Landwirte und wissen, worauf es ankommt.“ Mit seinem Bruder Michael, dem anderen geschäftsführenden Gesellschafter, baut er im nahen Tschechien Weizen, Raps und Mais an. „Dort fahren wir mit dem Traktor und unseren Maschinen“, erzählt Philipp Horsch.

Er hat einen kurzen Draht zu den Kunden. „Vor kurzem war ich vier Wochen unterwegs – in den USA, Russland, Frankreich und Deutschland.“ Sein Ziel waren nicht in erster Linie Maschinenhändler, sondern Großbauern: „Die treffe ich direkt auf dem Acker.“

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