Job leichter gemacht

Wie ein Auto-Zulieferer mit neuer Technik jede Menge Zeit und Energie spart


Hamburg-Harburg. Schwungvoll öffnet sich die silbern glänzende Tür des Kessels – heißer Dampf steigt auf und verschwindet durch die geöffneten Hallenfenster. Jetzt können die Vulkanisateure Heino Kruse und Martin Brumm die Kautschuk-Matten herausfahren. Die neue Anlage läuft erst seit März, die Arbeit hier ist weniger belastend als an herkömmlichen Kesseln. „Bücken und schweres Heben gehören der Vergangenheit an“, sagt Kruse. „Auch die Hitzeentwicklung ist zurückgegangen.“

Mehr als 50 Prozent Marktanteil in Europa

Produktionsalltag im IAC-Werk in Hamburg-Harburg – es gehörte früher zur Firma Stankiewicz, die 2009 in den weltweit führenden Automobil-Zulieferer IAC integriert wurde. 280 Beschäftigte produzieren hier für fast alle etablierten Lkw-Hersteller Beläge, Matten und Abdeckungen. Die dämmen die Motorwärme, dämpfen das Geräusch und sorgen so für gutes Klima in der Fahrerkabine.

„Wir sind klarer Marktführer in Europa, mit mehr als 50 Prozent Anteil bei Bodenbelägen“, berichtet Werkleiter Dieter Kreuzberg. 400 Varianten hat der Betrieb im Angebot – auch viele Einzelanfertigungen und Kleinserien. Der Spitzenplatz kann nur durch ständige Optimierung gehalten werden, Kostenkontrolle ist das A und O. „Wir denken ständig über Verbesserungen und Einsparpotenziale nach“, so Kreuzberg.

Die neue Vulkanisationsanlage ist dafür ein Beispiel. „Wir mussten produktiver werden und zugleich die Qualität erhöhen“, erzählt der Werkleiter. Zwei Jahre lang tüftelten er und seine Ingenieure gemeinsam mit einem Anlagenhersteller an dem Prototyp, dann wurde die Anlage installiert. „Bisher läuft sie problemlos.“

Sie arbeitet mit sechs kleinen Kesseln, die im Unterschied zu den bisherigen größeren Anlagen wesentlich weniger Energie verbrauchen. Sie arbeitet effizienter, erhöht die Qualität – und sie erleichtert die Arbeit der Mitarbeiter. Denn manuelle Tätigkeiten sind nun auf ein Minimum beschränkt. „Früher mussten die Kollegen bis zu 35 Kilo schwere Matten mehrmals heben, das ist jetzt deutlich reduziert“, sagt Personalleiterin Jessica Momeier.

Die Investition hat sich aus Sicht der Geschäftsleitung gelohnt. Demnächst soll bereits eine zweite Vulkanisationsanlage aufgebaut werden.
Übrigens: Die IAC Group, zu der das Harburger Werk gehört, machte im vergangenen Jahr weltweit rund 3,6 Milliarden Euro Umsatz. Der Konzern ist nach eigenen Angaben einer der führenden internationalen Automobilzulieferer für Innenraumkomponenten und -systeme, verfügt über 78 Fertigungsstandorte in 18 Ländern und beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter weltweit. Globaler Hauptsitz ist Luxemburg.

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